Überraschung in niederländischen Malbüchern.

Es ist eigentlich besser, sein Kind vor ein Malbuch zu setzen als vor den Fernseher. Malen ist analog. Malen ist kreativ. Malen ist pädagogisch wertvoller als die „Power Rangers“. So zumindest die Theorie.

Einige niederländische Eltern haben in den vergangenen Tagen festgestellt, dass nicht jedes Malbuch gut ist. Manche sind schlecht. Sogar richtig böse. Mehrere „Malen nach Buchstaben“-Hefte der Drogeriekette Kruidvat zeigen einen kleinen Mann mit Bart, Seitenscheitel und Hakenkreuzbinde. Jepp. Gemeint ist Adolf Hitler.

Die Zeichnung besteht aus Flächen, in denen Buchstaben angeben, welche Farbe die Künstler zum Ausmalen benutzen sollen. Dabei legen die Autoren größten Wert auf historische Korrektheit: Der Bart soll schwarz, die Hakenkreuzbinde rot, die Uniform braun werden. Das Bild erschien in einem Malbuch zum Thema Fußball und in einem weiteren zum Thema Schlösser.

Erst nach öffentlichen Protesten hat Kruidvat die Hefte zurückgezogen. In einer Erklärung sprach die Ladenkette ihr „tiefes Bedauern über diesen Vorfall“ aus. Es sei „unangemessen“ gewesen, das Hitler-Porträt zum Ausmalen in Kindermalbücher aufzunehmen. Die Kette kündigte eine Untersuchung an, wie das Motiv in die Bücher gelangen konnte. Kunden sollen ihr Geld zurückbekommen.

Kruidvat ist nicht das erste Unternehmen, das mit einem Nazi-Patzer auffällt.

Die Modekette Zara brachte 2014 ein Shirt auf den Markt, das an die Kleidung von KZ-Häftlingen erinnerte.

Mango verkaufte im selben Jahr eine Bluse mit SS-ähnlichen Zeichen.

Und der „Ariel“-Hersteller Procter & Gamble kam in einen Shitstorm, nachdem er während der Fußball-WM 2014 mit der Zahl 88 auf einem Deutschland-Trikot geworben hatte. Gemeint waren 88 Waschgänge – aber der Code steht auch für „Heil Hitler“.

Quelle: Noizz.de