Das Wahrzeichen der Stadt Kassel war zu nackt für Facebook.

Vorweg eine Chronologie der Nacktkunst:

2015: Ein Bonner Museum schaltet eine Facebook-Anzeige. Auf dem Foto ist eine Skulptur zu sehen, zwei nackte Menschen, eng umschlungen, dahinter hängt das Gemälde einer nackten Frau. Facebook stoppt die Anzeige.

2016: Eine Politikerin will auf Facebook einen Blogeintrag teilen, der ein Foto der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen enthält. Das soziale Netzwerk sperrt den Beitrag – „zu viel nackte Haut oder sexueller Unterton“.

2017: Eine Italienerin will das Foto einer Neptun-Statue in Bologna posten. Das Problem: Neptun ist nackt. Facebook legt sein Veto ein.

Man muss kein Genie sein, um das Muster zu erkennen: Obwohl in den Facebook-Richtlinien steht, dass Nacktheit in „Gemälden, Skulpturen und anderer Kunst“ erlaubt sei, werden immer wieder Fotos von Kunstwerken gesperrt. In der Regel entschuldigt sich das soziale Netzwerk dann nach einigen Wochen – und gibt die Bilder frei.

Das Regionalmanagement Nordhessen hat einen Trick gefunden: Es wollte ein Foto der Herkules-Statue in Kassel auf seiner Facebook-Seite „GrimmHeimat NordHessen“ veröffentlichen. Die Statue gilt als Wahrzeichen der Stadt, ist Weltkulturerbe. Und zu nackt für Facebook. Das Bild wurde gesperrt.

Tourismus-Leiterin Ute Schulte: „Wir haben gedacht, bevor wir uns jetzt lang hin und her streiten, ziehen wir ihm einfach eine Badehose an – da haben wir sogar noch mehr Aufmerksamkeit.“ Also wurden am Computer rote Shorts in das Bild montiert.

Mittlerweile hat sich Facebook entschuldigt. „Unsere Mitarbeiter sichten pro Woche Millionen von Werbebildern“, sagte ein Sprecher. „In manchen Fällen liegen wir dann auch falsch. Dieser Fehler wurde behoben und Herkules kann sich nun auf Facebook wieder zeigen, wie er ist.“

Quelle: Noizz.de