Veni, vidi, vici!

„Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr.. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! ...“ – so beginnt jeder einzelne Asterix-Band – okay mit Ausnahme des Bandes „Asterix in Italien“, der im Oktober 2017 erschien. Aber egal. So ziemlich jeder hatte einmal in seinem Leben eine Asterix-Comic in der Hand oder hat einen der Filme gesehen. Laut einer Umfrage des Egmont Ehapa Verlags, der die Alben in Deutschland herausbringt, kennen 99 Prozent der Deutschen den Gallier. Ziemlich krass.

Vor 50 Jahren erschien mit „Asterix der Gallier“ der erste Band in deutscher Sprache. Seitdem wurden insgesamt gut 370 Millionen Alben gekauft, gelesen und verschlungen.

Passend dazu, gibt es ab dem 4. Oktober den ersten Band nochmal als Sonder-Edition. Übrigens, falls ihr euch gefragt habt, wieso Asterix „Asterix“ heißt. Auf Französich nennt sich das Satzzeichen „*“, also das Sternchen, „Astérisque“. Weil in den Comicheftchen so viele Anmerkungen stecken, wurde die Hauptfigur nach dem Markenzeichen der Comics benannt – erzählt man sich so.

Erfunden hat die Comics übrigens der mittlerweile 91-jährige Albert Uderzo zusammen mit René Goscinny. Wir haben einmal nostalgisch zurückgeblickt, was für uns die besten Asterix-und-Obelix-Momente waren. Zwar sind wir alle deutlich unter 50, aber jeder von uns hat seine eigene Anekdote – egal ob sie mit Zaubertränken, Irrenhäusern oder Troubadouren zu tun hat.

Wenn der Vater ein größeres Kind ist als du:

Luisa Hermmerling, Noizz-Redakteurin, kennt Asterix vor allem dank ihres Dads. Der lässt sich nämlich jedes Jahr zu Weihnachten einen neuen Comic-Band schenken. „Und freut sich dabei jedes Mal wie ein kleines Kind“, kann die Geschenke-Fee-Tochter erzählen. Luisas Vater ist übrigens 56 Jahre alt – haben sich also schon einige Comics angehäuft. Allerdings: Insgesamt gibt es nur 37 verschiedene Bände, plus einige Sondereditionen.

„Passierschein A38“

Zeichentrickfilme sind so ziemlich das, was eine Kindheitserinnerung in den 90ern mit ausmachen kann. Unsere Redakteurin Silvia Silko findet vielleicht deswegen, eine ganz besondere Szene aus dem Asterix-Zeichentrickfilm „Asterix erobert Rom“ (1976) erinnernswert: „Ich weiß nicht, inwiefern das mit den  Comics übereinstimmt, aber: ich finde das Porträt dieses Irrenhauses nach wie vor grandios: Behördengänge sind einfach genau so, wie da gezeigt. Aktualität, Brisanz und ihrer Zeit voraus – so sind Asterix-Comics.“

Ein Hund ist der beste Freund des Menschen

Obelix ohne Idefix kann sich keiner vorstellen. Und beide zusammen sind einfach ein unschlagbar tolles Team. Vielleicht hat Volontärin Genna Thiele genau deswegen die beiden ins Herz geschlossen – gut, so Obelix-Superkräfte Dank Zaubertrank von Miraculix sind schon ziemlich geil: „Ich wollte unbedingt diesen Zaubertrank haben und genauso stark sein wie Obelix. Dementsprechend war ich auch der größte Fan von Idefix und wollte schon immer einen Terrier haben, der mich überall hin begleitet.“ Bisher haben sich die Terrier-Träume allerdings noch nicht verwirklicht. Kommt vielleicht noch.

Wenn Comics eine emanzipatorische Erziehungsmaßnahme werden ...

Davon kann zumindest NOIZZ-Redakteurin Katharina Kunath ein Liedchen singen, denn: Ihr Stiefvater wollte ihr damit das Pferdemädchen austreiben. Ein bisschen geklappt hat es ja auch, irgendwie: „Meinem Stiefvater war mein wöchentliches „Wendy“-Lesen ein Dorn im Auge. Bevor ich zum absoluten Pferdemädchen verkommen konnte, bot er mir den Deal meines Lebens an: Nie wieder Ponyhof-Comics, dafür bekam ich jeden Monat eine nigelnagelneue Asterix-Ausgabe geschenkt. Meine neuen It-Girls: Cleopatra und Falbala.“ Okay, so richtig emanzipatorisch noch nicht, aber wir arbeiten dran.

Kräuterheilkunde und Musikunterricht via Comic

Ehe Asterix und Obelix irgendwann dann doch Gegenstand des Französisch-Unterrichts wurden (und damit auch irgendwie ein bisschen uncooler), gehörten die bunten Comic-Hefte für unsere Redakteurin Sabine Winkler zur wöchentlichen Bibliotheks-Ausbeute. Und irgendwie waren vor allem zwei Figuren ziemlich interessant: Der Druide Miraculix und der schief-singende Troubadix: „Ich meine hey, der eine ist steinalt, superweise und kann aus Kräutern im französischen Wald einen Super-Zaubertrank mixen und wusste genau, was giftig ist und was nicht. Ich hab ernsthaft versucht nachzuschlagen, welche Kräuter er benutzt. Und Troubadix war zwar nervig mit seinem schiefen Gesinge, aber ohne ihn war es ja auch irgendwie langweilig.“

Ähnlich verhielt es sich übrigens auch mit dem obligatorischen Wildschweinbraten-Festessen des Dorfes am Ende eines jeden Comics. „Als Kind wollte ich auch unbedingt Wildschwein essen.“ Heute wohl eher nicht mehr.

Quelle: Noizz.de