Dieser Comic-Zeichner verwandelt schreckliche Kriegsfotos in Glücks-Momente

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So nah beieinander können Glück und Schrecken sein Foto: Morshed Mishu

Er malt gegen das Grauen an.

Morshed Mishu, 25, nennt seine Zeichnungen ,The Global Happiness Challenge‘ und erstellt sie, weil er keine blutigen Bilder mehr sehen kann. Als Künstler hat er die Möglichkeit, die Realität einfach umzugestalten. Für ihn sieht die Welt dadurch anders aus – er macht sie für sich zu einem besseren Ort.

Mishu wohnt in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Sein Hobby ist sein Beruf, er ist Comiczeichner. Die blutigen Kriegsfotos machten ihn nachdenklich, er hatte sogar Panikattacken.

Im Gespräch mit NOIZZ sagt er: „Ich konnte solche Fotos nicht ertragen. Ich konnte den Schmerz fühlen, vor allem den der Kinder. Dann habe ich mich gefragt, was möchte ich sehen? Die Antwort war ,Glück‘. Ich habe sofort das erste Bild gezeichnet: Ein hilfloser Vater rennt mit seinem Kind in den Bunker. Ich habe erst die weinenden Gesichter zu lachenden Gesichtern gemacht und dann die Umgebung verändert. Dann konnte ich endlich schlafen.“

Flucht vs. Spaziergang – in welcher Welt wollen wir leben? Foto: Morshed Mishu

Mishus eigene Kindheitserinnerungen spielen bei seiner Arbeit eine große Rolle. Durch seine bengalische Kultur lässt er sich zu seinen neuen, schönen Motiven inspirieren: Man sieht spielende Kinder, Angeln, Heuschrecken ... Er erinnert sich dann immer an gute Zeiten.

Auch in Bangladesch ist das Leben schwer, obwohl es keinen Krieg gibt. Viele Kinder müssen etwa auf der Straße schlafen.

Warum thematisiert er in seiner Kunst nicht Situationen aus Bangladesch? Mishu sagt: „Ich bin ein Künstler, ich habe keine Grenze oder bestimmte Struktur für mein Kunst. Ich glaube, der Krieg hat mich einfach sehr berührt.“

Mishu findet, dass der ganzen Welt die wichtigste Sache oft fehlt: ,Fröhlichkeit‘. Er versucht dies durch seine Kunstwerke zu ändern. Er hat auch ein Slogan für das Projekt: „Ich kann nur malen und den Kummer übertünchen.“

Mishu verarbeitet auch seine eigene Kindheit. Foto: Morshed Mishu

Durch seine Bilder kreiert er eine Welt, die besser ist als die Realität. Das macht die Welt zwar nicht sofort schöner – aber Mishu zeigt einen Kontrast auf. Einen Kontrast, der zeigt, wie gut das Leben sein könnte und wie groß das Leid manchmal ist.

Mit seinen Comics spendet er außerdem Hoffnung, dass die Welt vielleicht irgendwann wirklich nicht mehr so grausam ist, sondern so fröhlich wie auf seinen Bildern.

Vor allem das Leid der Kinder berührt den Künstler Foto: Morshed Mishu
Mishu versucht auch immer etwas Positives zu sehen Foto: Morshed Mishu
Die Welt könnte bunt und fröhlich sein. Foto: Morshed Mishu

Quelle: Noizz.de