Dafür hat er aber einen ehrenwerten Grund.

Für rund elf Millionen Euro ging Banksys Gemälde "Devolved Parliament", das das britische Unterhaus voller Schimpansen zeigt, am Donnerstagabend beim Londoner Auktionshaus Sotheby's über den Tisch. Dem Street-Art-Künstler gefällt das überhaupt nicht. Seinem Ärger macht er wenig später auf Instagram Luft: "Eine Schande, dass es nicht mehr mir gehörte", schrieb er in der Nacht zum Freitag.

Dazu postet er ein Zitat des Kunstkritikers, Robert Hughes. Darin heißt es, Kunstwerke seien zum "speziellen Eigentum von jemandem geworden, der es sich leisten kann", anstatt "das gemeinschaftliche Eigentum der Menschheit zu sein", wie es bei Büchern der Fall sei. "Angenommen jedes lohnenswerte Buch würde eine Million Dollar kosten - stellen Sie sich vor, welch katastrophale Auswirkung das auf die Kultur hätte."

Das Auktionshaus Sotheby's hatte vor der Versteigerung erklärt: "Unabhängig davon, auf welcher Seite man in der Brexit-Debatte steht, gibt es keinen Zweifel, dass dieses Werk heute relevanter ist als jemals zuvor." Banksy habe die "kompliziertesten politischen Situationen der Gesellschaft" in nur einem einzigen Bild destilliert, schwärmte Alex Branczik, der bei Sotheby's für zeitgenössische europäische Kunst verantwortlich ist. Angaben zu Verkäufer und Käufer des Gemäldes gab es nicht.

Das riesige Gemälde, das mehr als vier Meter lang und zweieinhalb Meter hoch ist, ist bereits rund zehn Jahren alt. Damals hieß es noch "Question Time" ("Fragestunde"). Banksy veränderte immer wieder Kleinigkeiten an dem Bild, ließ unter anderem die Lampen an der Decke verlöschen. Die Banane, die ein Affe im Vordergrund in der Hand hält, zeigt nun nach unten statt nach oben.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Banksy seiner Kritik am Kunstmarkt auf dramatische Weise Luft gemacht. Bei der Auktion von "Girl with a Balloon", ebenfalls bei Sotheby's, lief das Bild kurz nachdem der Hammer fiel, zum Erstaunen der Teilnehmer durch einen im Rahmen verborgenen Schredder. Übrig blieb nur der obere Teil des Bildes, der Rest hing in Streifen herunter.

Das Bild war zuvor für umgerechnet knapp 1,2 Millionen Euro versteigert worden. Banksy stellte die Aktion später auf seinem Instagram-Account als von langer Hand geplant dar. Das Auktionshaus teilte mit, die Käuferin sei eine "europäische Sammlerin und langjährige Kundin von Sotheby's" und nehme es auch zerschreddert an. Dies sei das "erste Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstanden" sei.

Banksys Identität gibt bis heute Rätsel auf. Bekannt ist nur, dass er aus Bristol stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit seinen gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de