Banksy postet verbotenen Gefängnis-Brief von kurdischer Künstlerin

Avzin Arbilly

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Zehra Dogan Foto: banksy / Instagram

Die Kurdin Zehra Dogan ist seit mehr als einem Jahr in türkischer Haft.

Davor war sie Redakteurin der von Frauen geführten, kurdischen Nachrichtenagentur „JINHA“. Ihre Kunst sieht man auf ihrem Instagram-Account. Seit mehr als einem Jahr sitzt sie jetzt im Gefängnis in Diyarbakir, wurde in Mardin festgenommen. Die Haftstrafe soll zwei Jahre und neun Monate andauern.

Der Grund: Sie wird beschuldigt, Mitglied einer terroristischen Organisation zu sein und hierfür Propaganda zu verbreiten. Neun Zeugen behaupteten, Zehra hätte guten Kontakt zu Mitgliedern der YPS, also der Jugendorganisation der PKK.

Banksys Graffiti von Zehra Dogan in New York Foto: Jon Tyson / Unsplash

Der Street-Art-Künstler Banksy unterstützt sie schon seit Anbeginn. Jetzt hat er auf seinem offiziellen Instagram-Account einen Brief der Journalistin veröffentlicht, in dem sie über ihre Haft schreibt.

Darin heißt es: „Lieber Banksy, ich schreibe dir diesen illegalen Brief aus einem Kerker, in dessen Geschichte blutige Folter betrieben wurde, in einer Stadt mit zig Verboten und Sperren, der in einem nicht anerkannten Land liegt. Dieser Brief ist illegal, weil ich ein Kommunikationsverbot habe, das mir verbietet, Briefe zu verschicken oder zu telefonieren. Also schicke ich dir diesen Brief heimlich.“

Der Brief wurde zwar von Zehra auf Türkisch verfasst, der Künstler fügte aber eine Übersetzung auf Englisch mit an.

Wie immer sorgte dies für Internet-Fights zwischen Kurden und Türken. Die Türken unterstellen Banksy, er betreibe Propaganda gegen die Türkei und bezeichnen Zehra als Terroristin. Die kurdischen Kommentatoren wiederum verteidigen die Malerin, hoffen auf eine frühzeitige Freilassung.

Quelle: Noizz.de

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