Der Street-Artist verteilt seine Kunst in Tokyos Party-Viertel.

Es war nicht leicht, mit 281_Anti nuke in Kontakt zu kommen – und die kurzen Antworten, die er mir nach ein paar Tagen geschickt hat, sind eigentlich nicht der Rede wert. Auf Nachfragen antwortete er leider nicht mehr; ich veröffentliche unsere E-Mail-Korrespondenst hier trotzdem einmal.

NOIZZ: Warum ist Street Art die richtige Kunst, um gegen Donald Trump zu protestieren?

281_Anti nuke: Vor allem, weil ich denke, dass Kunst auf die Straße gehört.

Wie viele Trump-Paste-ups hast du schon verklebt?

281_Anti nuke: Bisher nur zwei. In Shibuya, wo ich immer hingehe.

Wann bist du dort unterwegs?

281_Anti nuke: Nachts. Ich verklebe sie mitten im Gedränge.

Wie reagieren die Leute darauf?

281_Anti nuke: Kaum. Allgemein ist Street Art für Japaner ein Problem.

Wie lang bleiben deine Paste-ups hängen?

281_Anti nuke: Die meisten werden sofort abgerissen.

Warst du schon mal in Berlin? Kennst du hiesige Graffiti-Künstler?

281_Anti nuke: Ja, vor sieben oder acht Jahren. Ich mag Berlin. Aber, sorry, ich kenne mich mit der dortigen Szene nicht aus und beschäftige mich auch nicht mit ihr. Ich glaube aber, dass sie ein Spiegel der Gegenwart ist.

Alle anderen Infos über den Künstler, den manche als japanischen Banksy bezeichnen, muss ich mir also im Internet zusammensuchen; am prominentesten hat zuletzt die Nachrichtenagentur Reuters über ihn berichtet. In ihrem Porträt erzählt 281_Anti nuke, warum er Donald Trump zwischen zwei Anhänger des Ku-Klux-Klans stellt: „Trump behauptet Dinge, die dem Gedanken entspringen, dass die Weißen anderen 'Rassen' überlegen seien. Er sagt Sachen, die viel mehr bedeuten als nur ‘America First‘.“

Seine Kunst habe er aus Angst geschaffen – Angst davor, was Japan angesichts eines solch schrecklichen Führers zustoßen könnte.

Und sein Name? Den hat er sich gegeben, nachdem am 11. März 2011 das Atomkraftwerk von Fukushima havarierte. „Anti nuke“ heißt “gegen Atomkraft“. Und diese Einstellung steht seitdem im Zentrum seines künstlerischen Schaffens.

Quelle: Noizz.de