Ein Thema, dass im Mainstream oft vernachlässigt wird.

Während es Homo- und Bisexualität langsam in den Medien-Mainstream geschafft haben, wurde das Thema Polyamorie und -gamie in den letzten Jahrzehnten mehr als undankbar behandelt. Poly das ist "sexy", das lässt sich in der Pornoindustrie räudig und in Indie-Filmen (angeblich) stilvoll fetischisieren und zur "verruchten" Fantasie des Otto Normalverbrauchers machen. Wie es dagegen wirklich ist, mit mehr als einer Person in einer Beziehung zu sein, versucht die Netflix-Serie "You Me Her" seit vier Staffeln aufzuzeigen.

In der Show geht es um das Ehepaar Jack und Emma Trakarsky, die sich in Escort-Girl Izzy verlieben. Schnell stellen sie fest: Eine polyamouröse Beziehung zwischen drei Menschen aufzubauen ist verdammt hart und erfordert mehr Kompromisse, als viele Menschen bereit sind, zu machen. Nicht nur ist es schwer, sich von den alten Beziehungsmustern zu lösen, sondern auch den Gegenwind der Gesellschaft auszuhalten, die mit solchen Verbindungen wohl noch immer nichts anfangen kann.

"You Me Her" zeigt emotional und gleichzeitig kitschig – wie wir es auch von "stinknormalen" Romcoms kennen – wie es ist, wenn das Herz und die Zuneigung mehreren Menschen gehört und man den Erwartungen gleich zweier Partner*innen gerecht werden muss. Und die Show zeigt auch, wie frustrierend und doch wunderschön es sein kann, wenn man sich eigene Traditionen und Rituale erarbeitet, um auch abseits der heteronormativen Gesellschaft ein erfülltes Sex- und Beziehungsleben zu haben.

Klar, ist sicher auch die US-Serie nicht die ultimative Antwort auf die mangelnde Repräsentanz der Poly-Community in der Popkultur. Und ziemlich sicher weicht die Show auch von den Erfahrungen mancher Menschen ab, ist hier mal ein bisschen zu dramatisch oder stellt da den Sex zwischen den Hauptfiguren dann doch etwas zu male-gazey dar. Trotzdem bringt es die Thematik auf den Schirm vieler Serienjunkies und kann dann eben doch helfen, Menschen an diese Art der Liebe heranzuführen und dadurch für mehr Verständnis im Alltag sorgen.

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Quelle: Noizz.de