Der Krankenpfleger Niels H. gilt als der vermutlich größte Serienmörder in der Kriminalgeschichte der Bundesrepublik. In den USA gibt es einen ähnlichen Fall: Efren S. soll bis zu 200 Leben auf dem Gewissen haben. Er selbst bezeichnete sich als "Engel des Todes".

Niels H. trieb als Krankenpfleger von 1999 bis 2005, sechs Jahre lang, in Oldenburg und Delmenhorst sein Unwesen. Unwesen, das vielen Menschen das Leben kostete. Mittels Medikamenten-Spritzen brachte der heute 43-Jährige seine Opfer in einen lebensbedrohlichen Zustand – um sie dann retten zu können und vor Kolleg*innen wie ein Held dazustehen. Oft gelang die "Rettung" jedoch nicht: In 332 Fällen wurden Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts gegen Niels H. eingeleitet, 85 Morde konnten ihm letztendlich nachgewiesen werden. Dafür sitzt Niels H. jetzt lebenslang im Gefängnis.

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Ein Fall, der erschreckende Ähnlichkeit mit dem des Serienmörders Niels H. aufweist, ist der Fall Efren S. aus Kalifornien in den USA. Efren S. war ebenfalls Krankenpfleger – ein Atemtherapeut, um genau zu sein – der seine Situation schamlos missbrauchte und Menschen mit Medikamenten-Spritzen das Leben nahm. Efren S. jedoch hatte andere Motive als Niels H. Laut "Los Angeles Times" sagte der heute 49-Jährige gegenüber der Polizei zu seinem Motiv: Es seien zu viele Patient*innen gewesen.

Kolleg*innen sprachen von der "magischen Spritze" von Efren S.

Serienmörder Efren S.

Nachdem Mitarbeiter auf eine Reihe überraschender Todesfälle gestoßen waren, begannen Gerüchte, um die "magische Spritze" von Efren S. zu kursieren, wie die "Los Angeles Times" berichtet. Als der Mann 1998 zum ersten Mal mit der Polizei sprach, bezeichnete er sich selbst als "Engel des Todes". Obwohl Efren S. anfangs behauptete, nur denjenigen "geholfen" zu haben, die dem Tod bereits nahe waren, gab er später auch zu, aus niederen Gründen getötet zu haben – etwa wenn es seiner Meinung nach zu viel Arbeit durch zu viele Patient*innen gab. Er soll selbst zur Polizei gesagt haben, die Morde seien ihm so leicht gefallen, wie eine Packung Kaugummi klauen.

Zwischen sechs und zweihundert Morde gehen auf Efren S. zurück

Serienmörder Efren S.

Um die Todesstrafe zu vermeiden, bekannte sich der damals 32 Jahre alten Efren S. bei seinem Prozess am 12. März 2002 für sechs Morde schuldig. Laut "New York Times" tötete er manche seiner Opfer auch durch Erstickung. Seine Strafe: Sieben aufeinanderfolgende lebenslange Haftstrafen ohne die Möglichkeit einer Bewährung. In Wahrheit ist die Zahl der Opfer jedoch mit aller Wahrscheinlichkeit viel größer: Efren S. arbeitete neun Jahre lang als Atemtherapeut. Er selbst erzählte der Polizei, dass er 50 Patienten getötet habe – und gab zu, dass er zu 100 bis 200 weiteren Todesfällen beigetragen haben könnte, so "CBS News".

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Quelle: Noizz.de