Der nach Hause-kehrende Student, die Party-Maus, oder der zynische Mecker-Onkel?

Kaum ein Ereignis im Jahr spaltet die Massen so, wie das grün-rote Glitzerfest namens Weihnachten. Es gibt Menschen, die sammeln schon ein ganzes Jahr lang Geschenkideen in einer Notiz auf ihrem Handy. Und dann gibt es Menschen, denen am 23. Dezember auffällt, dass sie gar kein Geschenkpapier besitzen.

Wir haben die sieben Arten des Weihnachtsmenschen gesammelt. Welcher bist du?

Der Sebastian

Sein Motto: „Wie, du findest Weihnachten nervig?“

Sebastian. Liebt. Weihnachten. Sobald der 1. Dezember einläutet, schmückt er seinen Balkon mit Lichterketten gottesgleichen, auf dem Küchentresen liegen kitschige Dekos vergangener Bastelarbeiten und in der Luft hängt ein anhaltender Geruch nach Zimt und Nelken. Er hat Weihnachtssocken, die er nur an Weihnachten anzieht und eine Mariah-Carey-CD, die er nur an Heiligabend in den Rekorder wirft. Seine Freunde hat er alle zum Wichteln am ersten Weihnachtsfeiertag überredet und an Heiligabend kommen seine Eltern und Geschwister zu Besuch. Auf seinem Wunschzettel steht ein Dampf-Bügeleisen, doch eigentlich wünscht sich Sebastian am meisten, dass seine ganze Familie für diesen einen Abend einfach gemütlich zusammensitzt, bevor sich jeder im Alltag wieder vergisst.

Die Larissa

Ihr Motto: „Shots Shots Everybooody!“

Einen ganzen Abend mit der Familie zu verbringen, fühlt sich wie eine unendliche Hürde für Larissa an. Eigentlich wäre es nice, auch ohne schlechtes Gewissen sagen zu können, dass sie lieber mit ihren Girls zusammen feiern würde. Aber dafür fühlt sie sich dann doch nicht mutig genug, und so oft sieht sie ihren Opa dann auch nicht. Nachdem alle Geschenke ausgepackt sind, schaut Larissa schon mal nach dem schnellsten Weg in die Innenstadt, wo sie dann ihre Mädels treffen wird. Die Nacht verbringt sie mit einer Flasche Berliner Luft und einer Instagram-Story, die zeigt, wie cool es doch ist, an Heiligabend nochmal feiern zu gehen.

Der Linus

Sein Motto: „Schmeißt du heute nochmal eine Waschmaschine an?“

Linus genießt die zwei Wochen Weihnachtsurlaub zuhause bei Mama, nachdem er aus seiner leicht versifften Studentenbude aus der Kleinstadt vier Stunden im Flixbus angetuckelt ist. Linus ist Maschinenbau-Student und hatte sich dieses Jahr fest vorgenommen, seinen Eltern ein großzügiges Weihnachtsgeschenk zu besorgen. So von wegen: „Ihr habt mich so viele Jahre reich beschenkt, jetzt seid ihr mal dran“. Leider hat das nicht so ganz geklappt. Irgendwie ist daraus dann doch nur ein halbherzig gebastelter Gutschein für einen gemeinsamen Abend geworden. Den hat er auf einem losen Blatt Papier in seine schon immer anvisierte Clinton-Biographie eingepresst, in der Hoffnung, bei seinen Eltern am Schreibtisch noch einen Briefumschlag zu finden. Am meisten freut er sich auf seinen 2-jährigen Cousin, doch insgeheim schreibt er während des Weihnachtsessens unterm Tisch nur mit seiner angehimmelten Sitznachbarin aus Mechanik II.

Die Karina

Ihr Motto: „Auf diesen Weihnachtsstress habe ich schon wieder so gar keine Lust“

Karinas Weihnachten besteht aus einem einzigen Augenrollen. Die Deko findet sie affig, die aufgesetzte gute Laune könnte ihr den Buckel runterrutschen, und generell ist Meckern über Menschenmassen und Konsumgüter ihre einzige Kompensation dafür, dass sie noch nicht mal für drei Tage im Jahr naive Weihnachtslieder mitsingen kann, ohne sich selber albern zu finden.

Der Mathias

Sein Motto: „Isst man Gänsebraten nun am ersten oder am zweiten Weihnachtsfeiertag?“

Mathias feiert das erste Mal Weihnachten mit seiner Freundin. Den Weihnachtsbaum haben sie vor einer Woche nach dem Wocheneinkauf bei Lidl mitgenommen und mühevoll in ihre Wohnung im dritten Stock gezogen. Alles fühlt sich so an, als müsste es in den nächsten Jahren die Grundlage einer „uralten Weihnachtstradition“ bilden, also zwingen sie sich am 24. früh aufzustehen und noch Zimtsterne zu backen und am ersten Weihnachtsfeiertag auf einen gemeinsamen Spaziergang zu gehen. Schließlich macht man das ja so – eigentlich. Beide meinten, sie schenken sich nichts aber ... wir wissen ja, wie das ausgeht.

Die Tabea

Ihr Motto: „Sorry Papa, vielleicht nächstes Jahr.“

Eigentlich passt Weihnacht so gar nicht in Tabeas Terminkalender. Um nach Hause zu ihren Eltern zu kommen, müsste sie gleich nach der Arbeit am 23. einen 6-Stunden-Flug für 500 Euro buchen, und am 25. morgens zurück. Dafür ist ihr ihre Zeit und ihr Geld zu schade. Außerdem hat sie gerade zu viel im Kopf, als dass sie sich jetzt auf irgendwelche gehetzten Reisen durch die halbe Welt begibt. Also feiert sie mit ihrem Freund, seinem besten Freund und dessen Freund zuhause auf der Couch mit ein paar gut gemeinten Flaschen Glühwein und Lasagne. Am 25. wird zusammen ausgekatert, während sie die schlimmsten Weihnachtsfilme aller Zeiten auf Netflix angucken.

Die Gabi

Ihr Motto: „Also hat jetzt jeder um 16:00 Zeit?“

Gabi kümmert sich um alles und jeden, aber ist derweil latent genervt. Sie macht es, weil irgendwo in ihr drin das Streben nach dem perfekten Weihnachten herrscht, aber eigentlich kotzt es sie unterflächig an, dass sie (A) immer alles alleine macht und niemand sich irgendwie verantwortlich fühlt, auch mal mitzuhelfen und, (B) dass sie es trotz allem nicht lassen kann, ihre Finger im Spiel zu haben. Kommt das Fest, ist sie mega gut darin, ein Lächeln aufzusetzen. Doch wenn alles vorbei ist, dann genießt sie nichts sehnlicher als ein letztes Glas Rotwein, Der Kleine Lord, und das anhaltende Glücksgefühl nach einem herzlich gemeintem „Dankeschön“ ihrer Liebsten.

Quelle: Noizz.de