Ein junger Australier (9) mit Kleinwuchs wird schwer gemobbt. Ein herzzerreißendes Video, auf dem der Neunjährige nach einer Mobbing-Attacke völlig aufgelöst von Selbstmord spricht, geht viral. Tausende Menschen und auch Stars drücken ihre Unterstützung aus – doch Verschwörungstheorien um sein Alter trüben die Solidaritätswelle.

Quaden Bayes ist ein junger Australier mit Achondroplasie, der häufigsten Form genetisch bedingten Kleinwuchses. Jeden Tag muss er Blicke und dumme Fragen ertragen, besonders in der Schule wird er gemobbt – wegen seiner Behinderung aber auch weil er von den australischen Ureinwohnern, den Aborigines, abstammt. Der neunjährige Junge aus Brisbane wird so schwer gemobbt, dass es ihn zu Selbstmordgedanken treibt. Verzweifelt richtete sich Quadens Mutter, Yarraka Bayles, deshalb in einem Facebook-Video an die Öffentlichkeit.

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In dem herzzerreißenden Video sieht man den Jungen am Boden zerstört, immer wieder sagt er, er will sich umbringen. Die Mutter bittet in dem Video um Hilfe, will aber auch aufklären: "Das ist die Auswirkung, die Mobbing auf ein neunjähriges Kind hat, das nur zur Schule gehen, eine Ausbildung erhalten und Spaß haben will", so die Mutter. "Aber an jedem einzelnen Tag passiert etwas. Eine weitere Episode, weiteres Mobbing, eine weitere Verspottung, eine weitere Beschimpfung."

Quaden Bayles durfte am Samstag vor dem NRL-Spiel zwischen den Indigenous All-Stars und den neuseeländischen Maori Kiwis All-Stars im Cbus Super Stadium an der Goldküste Australiens auf das Spielfeld einlaufen.

Das Video ging viral, Tausende zeigten sich bewegt von Quadens Schicksal. Stars, darunter Hugh Jackman, antworteten Quaden mit Videos und Zuspruch. Eine Spendenkampagne wurde ins Leben gerufen, um den Jungen einen Tag im Disneyland zu ermöglichen. Am Samstag durfte Quaden außerdem mit einem indigenen Rugby-Team auf das Spielfeld einlaufen – laut seiner Mutter der "beste Tag seines Lebens". Quaden habe immer davon geträumt, ein Rugby-Star zu werden, so berichtet "BBC".

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Verschwörungstheorien und Trolle brachten Bayles dazu, die Social Media-Accounts zu schließen

Gleichzeitig mit der Unterstützung zeigt sich aber auch die eklige Seite des Internets: Verschwörungstheorien um das Alter des Jungen verbreiten sich. Er sei gar nicht neun Jahre alt, sondern in Wahrheit ein 18-Jähriger Teenie-Schauspieler. Fake-Accounts tauchten auf, die versuchten die Situation finanziell für sich auszunutzen – etwa mit PayPal-Links und angeblichen "Geschenkkarten an Quaden und seine Mutter. Sogar Cardi B äußerte sich zu der Sache und verteidigte Quaden gegen die Online-Trolls.Um den Anfeindungen nicht mehr ausgesetzt zu sein, hat Quadens Mutter vor wenigen Tagen nun die Soziale Media-Accounts von ihr und Quaden auf privat gestellt.

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Die gesellschaftliche Scheinheiligkeit gegenüber Menschen mit Kleinwuchs

Gegenüber "Insider" erklärte Michelle Kraus, die PR-Direktorin der gemeinnützige Organisation für Kleinwüchsige "Little People of America", die Theorien in den Sozialen Medien über Quadens Alter offenbarten den gesellschaftliche Scheinheiligkeit gegenüber Menschen mit Kleinwuchs. "Mobbing von Menschen mit körperlichen Unterschieden kommt vor allem bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen vor, vor allem in der Community von Menschen mit Kleinwuchs", so Kraus gegenüber "Insider". "Die Leute haben es schwer, sich das anzusehen, also beschließen sie stattdessen, die Erzählung zu ändern und tun so, als sei es seine Schuld, er mache etwas falsch, er manipuliert es zu seinem eigenen Nutzen".

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  • Quelle:
  • Noizz.de