Meistens tritt die Krise mit Mitte 20 ein.

Das Studium oder die Ausbildung ist mit Mitte Zwanzig geschafft, nun steht die Welt mit all ihren Möglichkeiten offen. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, Grund genug die Sektkorken knallen zu lassen! Doch für viele ist irgendwie alles schwieriger als gedacht. Die Freiheiten nehmen ab, der Druck dagegen zu. Kurz gesagt: Der Ernst des Lebens beginnt und stürzt viele in eine handfeste Quarter-Life-Crisis.

Wie real und weit verbreitet diese Krise tatsächlich ist, hat eine Umfrage des Karrierenetzwerkes LinkedIn untersucht. Demnach litten bereits 67 Prozent der deutschen Arbeitnehmer vor ihrem 30. Geburtstag an einer Quarter-Life-Crisis. Die Wahl des richtigen Berufes (39 Prozent) bereitet dabei die größten Sorgen. Gut jeder Dritte (34 Prozent) zweifelt daran, ob er in Studium oder Ausbildung die richtigen Qualifikationen gesammelt hat. Die Angst vor Arbeitslosigkeit treibt jeden Fünften (20 Prozent) um.

Vor allem der Job macht jungen Leuten Sorge: Was liegt mir? Was kann ich?

In den meisten Fällen tritt die Krise bei den Befragten um den 26. Geburtstag herum auf und dauert etwa ein Jahr. Für die Studie hat Censuswide im Auftrag von Linkedin Ende Januar 2018 rund 1000 junge Arbeitnehmer zwischen 25 und 33 Jahren befragt.

"Das Phänomen der Quarter-Life-Crisis hat deutlich zugenommen. Grund dafür ist unter anderem die ständige Vergleichbarkeit in Zeiten der Informationstechnologie und damit einhergehend eine Flut an scheinbaren Optionen", verrät Psychotherapeutin Dr. Karin Beck. "Ein Weg aus dieser Lebenskrise kann die Besinnung auf die eigenen Werte sein. Auf das, was jedem selbst im Leben wirklich wichtig ist."

Das wiederum funktioniert am Besten im Dialog mit dem Partner, Familie, Freunden und Kollegen. Ganze 85 Prozent wendeten sich in der Krise an Freunde, 63 Prozent an Familienmitglieder.

Regional gibt es in Deutschland Unterschiede in der Zufriedenheit der jungen Menschen. Vor allem in Berlin (75 Prozent), Baden-Württemberg (74 Prozent) und im Saarland (71 Prozent) gaben Teilnehmer der Studie an, bereits eine Quarter-Life-Crisis durchlebt zu haben, während Arbeitnehmer in Bayern (54 Prozent) und Sachsen-Anhalt (53 Prozent) deutlich weniger häufig betroffen sind.

[Text: zusammen mit ots / dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de