Sexting-Missbrauch: Dieser Fall zeigt, wie gefährlich es ist

Julia Beil

Politik, Lifestyle & Mode
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Das hier ist nicht Laura! Foto: Julian Stratenschulte / dpa picture alliance

Und wie man gegen den Missbrauch vorgehen kann.

Laura (18) und ihr Freund sind in einer glücklichen Beziehung. Sie vertraut ihm. So bedingungslos, dass sie ihm über WhatsApp ein Nacktbild schickt. Ein halbes Jahr später werden das Foto zahlreiche Menschen sehen, für die es nie bestimmt war: Nach der Trennung lädt Lauras Freund das Bild bei Instagram hoch – aus Rache.

Laura reagiert geschockt und verzweifelt. Doch ihr Exfreund treibt es noch weiter. An Silvester postet er ein zweites intimes Bild von ihr auf Instagram. Perfide: Das Foto hat er noch in der Beziehung gemacht – während Laura schlief.

„Sexting“, so heißt das Austauschen von intimen Nachrichten und Bildern über Dienste wie WhatsApp. Seit einigen Jahren ist es eine beliebte Art, Aufregung in eine Beziehung zu bringen. Es macht Spaß – kann aber auch schlimme Folgen haben. Dann nämlich, wenn es – wie im Fall Laura –missbraucht wird.

Jeder dritte 18-Jährige hat schon mal ein Nacktfoto bekommen, das besagt eine Studie von „Saferinternet“. 81 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Freundeskreis schon einmal Nacktbilder kursierten.

Viele Opfer von Sexting-Missbrauch wissen dabei nicht um ihre Rechte: Derjenige, der die Bilder unerlaubt weiterverschickt oder auf anderen Plattformen hochlädt, kann dafür mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ heißt das Vergehen. Geregelt ist das im Paragraph 201a des Strafgesetzbuchs.

Auch Laura, die ihren wahren Namen nicht nennen möchte, hat davon nichts gewusst. Sie zeigte ihren Exfreund nie an – heute ärgert sie sich darüber. „Ich wusste nicht, dass es dieses Gesetz gibt. Es hätte mir erspart, ihn anflehen zu müssen, dass er diese Bilder wieder löscht.“

Lauras ganze Geschichte erzählte sie jetzt den jungen Reportern des neuen Politik-Formats „shotty“. Im WhatsApp-Status, einer Anwendung, die es erst seit wenigen Wochen gibt, sprachen sie mit der Abiturientin über das, was ihr passiert ist. Die Journalisten holten zusätzlich Expertenstimmen ein – auch aus der Politik.

Um bei „shotty“ mitzumachen, braucht es nur zwei Schritte:

  1. 1. Einspeichern der Nummer in den Kontakten: 0152 54387844
  2. 2. Senden einer WhatsApp-Nachricht mit dem Wort START

„Shotty“ wurde von einem Team junger Berliner Journalisten entwickelt. Ihr Ziel: Politik spannend machen – für junge Menschen im Alter von 18 bis 22. Dass das keine „Mission Impossible“ ist, davon sind die Reporter überzeugt.

Junge Menschen haben Lust, sich über Politik zu informieren – es muss aber um Themen gehen, die sie betreffen.

Die „shotty“-Reporter beschäftigen sich deswegen vom 5. bis zum 9. Juni jeden Tag mit einem anderen Thema, das ihre User bewegt. Darunter sind zum Beispiel die Radikalisierung junger Menschen oder die für viele quälende Frage „Was tun nach der Schule?“.

Quelle: Noizz.de

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