Was sich nach dem Himmel auf Erden anhört, ist für die Betroffenen vor allem mit Schmerz verbunden.

Lange war vor allem der weibliche Orgasmus der Wissenschaft ein Rätsel: Wozu ist er da, wieso fühlen wir so, was soll das Ganze eigentlich?! Ein bisschen schlauer sind wir inzwischen dann doch. So haben Forscher erst vor Kurzem etwa herausgefunden, dass das was mit unserem Körper beim Orgasmus passiert ganz ursprünglich dazu da war, die Empfängnischancen zu erhöhen. Nicht mehr und nicht weniger. Dass uns das verdammt viel Lust bereitet – ein netter Nebeneffekt.

Eigentlich hört man im Hinblick auf Orgasmen eher die Problematik, dass einige einfach nicht kommen. Von dem genauen Gegenteil, also Dauerorgasmen, hört man eigentlich selten. Aber auch das gibt es: Andauernde genitale Erregungsstörung ist eine extrem seltene sexuelle Störung, an der gut ein Prozent der weiblichen Weltbevölkerung leiden, nur eine Handvoll Männer, die ebenfalls daran leiden, sind bekannt. Bei den Betroffenen reicht bereits eine leichte Vibration, zum Beispiel beim Busfahren aus, um einen heftigen Orgasmus auszulösen.

Was sich verlockend geil anhört, ist für die Betroffenen eine echte Qual

Für sie ist ein normaler Alltag quasi unmöglich. Und wenn wir ehrlich sind: Ein Orgasmus ist auch anstrengend für den Körper. Wer an einer andauernden genitalen Erregungsstörung leidet, hat Schmerzen. Woher die permanente Dauerregung kommt und was dagegen helfen kann, wurde bislang allerdings nur unzureichend untersucht – da verhältnismäßig wenige Frauen darunter leiden.

Eine Forschergruppe, die ihre Studienergebnisse nun im Fachmagazin "PAIN" veröffentlichte, hat das zum ersten Mal genauer untersucht. Sie untersuchten zehn Frauen, bei denen die Erregungsstörung diagnostiziert wurde. Demnach haben die Dauerorganismen wohl einen neurologische und eigentlich recht simple Ursache: Es ist einfach ein bestimmter Nerv im Rückenmark eingeklemmt.

Hervorgerufen wird das Ganze durch die sogenannte Tarlov-Zyste, eine Aussackung in der sich Rückenmarksflüssigkeit sammelt und so Nerven einklemmen kann. Davon sind wesentlich häufiger Frauen als Männer betroffen. In den meisten Fällen sorgt eine Tarlov-Zyste aber nicht für Dauer-Orgasmen, sondern ebenfalls unangenehmen Schmerzen im unteren Rückenbereich. Bei Menschen mit einer andauernden genitalen Erregungsstörung stimulieren die eingeklemmten Nerven aber die Bahnen, die für sexuelleErregung zuständig sind.

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Die Lösung für das Leiden der Betroffenen wäre ziemlich easy

Nämlich: Eine OP, in der die Zyste einfach entfernt wird. Allerdings war die Ursache in der Studie nicht bei allen Betroffenen die einzige Ursache. Bei anderen sorgte ein Bandscheibenvorfall für die Symptome, eine Probandin hatte das Antidepressivum Duloxetine eingenommen und litt seitdem an den Symptomen. Als sie es absetzte, verschwand auch die Dauererregung. Die Wissenschaftler der aktuellen Studie wollen deswegen noch mehr Grundlagenforschung zur andauernden genitalen Erregungsstörung betreiben.

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Quelle: Noizz.de