Forscher haben herausgefunden, woran das liegt.

Das TIME-Magazin hat die #MeToo-Bewegung zur „Person of the Year“ gekürt. Es ist ein Zeichen, stellvertretend für alle Menschen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind.

Dabei spielen das Zeigen von Interesse und das falsche Deuten dieses Interesses eine wichtige Rolle.

Ein Psychologenteam hat in einer Studie herausgefunden, dass Männer tatsächlich häufig das Interesse einer Frau mit sexueller Zustimmung verwechseln. Das Team von der Rush University und der Binghampton University wollten herausfinden, welche Faktoren dieses Missverständnis beeinflussen.

Für diese Untersuchung wurden 145 männliche Studenten befragt. Die Befragung wurde bewusst an amerikanischen Unis durchgeführt, da die Forscher einen Anstieg sexueller Übergriffe an diesen Unis beobachtet haben.

Die Studenten sollten auf hypothetische Sexszenarien reagieren und dabei angeben, ob die Frau zum Sex eingewilligt hat oder nicht. Dabei wurde deutlich, dass die befragten Männer, die vergangenen Zustimmungen einer Frau zum Sex mit einer möglichen zukünftigen Zustimmung auf eine Stufe stellten.

So seien die ersten Reize der Frau von Bedeutung. Auch wenn sie später „Nein“ sagt und sich weigert, wird an den ersten Reizen und an den vergangenen Zustimmungen festgehalten, wodurch die falsche Wahrnehmung entsteht. Der Spruch „Wenn sie Nein sagt, meint sie eigentlich Ja“, kommt hier zum Tragen.

Ein klares Nein kann gar nicht missverstanden werden! Foto: blueiz60 / Fotolia

Der Psychologe Richard Mattson sagt: „Unsere Ergebnisse deuten auch daraufhin, dass einige Männer ernsthaft versucht haben festzustellen, ob eine Einwilligung gegeben wurde, aber dennoch auf fragwürdige sexuelle Skripte zurückgegriffen haben, um die Situation eindeutig für sich zu klären.“

Das Entscheidende an dieser Studie war auch, dass herausgefunden wurde, dass es für viele Männer nicht möglich ist „spezifische situative Faktoren“ richtig zu deuten. Deswegen sei es besonders wichtig, mehr Seminare und Programme an Universitäten, Schulen, öffentlichen Einrichtungen und Büros zu geben und über sexuelle Missverständnisse aufzuklären.

Quelle: Noizz.de