Unter dem Hashtag #maybeshedoesnthityou teilen sie ihre Erlebnisse mit psychischen Grausamkeiten durch Frauen.

Wenn wir über häusliche Gewalt sprechen, denken wir meistens an männlichen Täter. Statistisch gesehen ist das auch der wahrscheinlichste Fall. Jetzt, zwei Jahre nachdem die Autorin Zahira Kelly den Hashtag #maybeHEdoesnthityou gegründet hat, erscheinen bei Twitter immer mehr Beiträge mit dem Hashtag #maybeSHEdoesnthityou.

Dass Männer durch Frauen misshandelt werden, scheint also auch ein Problem zu sein – und wird dennoch tabuisiert. Die Angriffe sind in den meisten Fällen nicht physischer, sondern psychischer Natur. Hauptsächlich Männer berichten unter dem Tag von Erfahrungen aus giftigen Paarbeziehungen.

  • Da ist der Mann, dessen Frau ihm vorwirft, zu wenig zu verdienen
  • Der Mann, dessen Partnerin sich ritzt, um ihn zu erpressen
  • Der, dessen Freundin Selbstmord androht, um sein Verhalten zu manipulieren

Weibliche Twitter-Nutzerinnen reagieren verständnisvoll und ermunternd.

Psychische Gewalt wird gegenüber körperlicher Gewalt oft als harmlos angesehen. Die Verletzungen sind nicht sichtbar, nicht greifbar. Das macht sie allerdings nicht weniger schmerzhaft.

Warum hat es so lange gedauert, bis auch Männer bei Twitter zugeben, Opfer von Gewalt in Beziehungen zu sein? Und warum gibt es keine Promis, die #maybeshedoesnthityou unterstützen? Wahrscheinlich aus Angst, als schwach angesehen zu werden. Und aus Angst, als frauenfeindlich, zu gelten, als unfeministisch.

Feminismus bedeutet allerdings nicht: Frauen sind Opfer, Männer sind Täter. Feminismus bedeutet Gleichberechtigung. Deshalb ist es absolut angebracht, dass auch männliche Opfer ihr Leid aussprechen und weibliche Täter zur Verantwortung gezogen werden. Es wird Zeit, dass Gleichstellung endlich in alle Richtungen gilt.

Quelle: Noizz.de