Heute ist Welttag gegen Rassismus – und wir haben noch viel zu tun!

Letztes Jahr gab es über 250 Angriffe auf Flüchtlingsheime in Deutschland (NOIZZ berichtete), im Januar bezeichnete AfDler Jens Maier Noah Becker als "Halbneger" und in Frankfurt wird darüber diskutiert, ob "Mohren"-Apotheke ein angemessener Begriff ist.

Jeder Anschlag auf Flüchtlingsunterkünfte ist einer zu viel Foto: Zentralbild / dpa

An dieser Stelle könnte ich viel mehr Beispiele rassistischer Gewalt-Vorfälle in Deutschland nennen. Doch der sogenannte Alltagsrassismus verärgert mich als afrodeutsche Frau sehr.

Denn Alltagsrassismus kommt unerwartet, schleichend und ist am schwierigsten zu bekämpfen. Die meisten Menschen, die auf diese Weise andere verletzen, sind sich dessen nämlich nicht bewusst. Es handelt sich dabei nicht nur um rechte Glatzen der NPD oder Abgeordnete der AfD. Nein es sind Fremde, Freunde – und sogar Familienmitglieder.

Das fängt dabei an, dass Fremde mir ungefragt in die Haare fassen und sich wundern, wie weich sie doch sind. Oder wenn ich im Jahre 2018 immer noch mit Freunden diskutiere, warum Beleidigungen wie "Neger" nichts mehr in alten Kinderbüchern zu suchen hat. Und die Aussage "Schoko-Baby" oder "Ah, die sind ja immer so niedlich!" bei dem Anblick eines schwarzen Babys nervig sind. Auch zu mir hat mal ein kleiner Junge gesagt: "Du hast ja ein schwarzes Gesicht!"

Und noch was: Schwarze können tatsächlich nicht gut singen und sind nicht gut im Sport, weil sie dunkelhäutig sind. Tatsächlich trainieren sie dafür!

Die Vereinten Nationen haben den 21. März als Tag gegen Rassismus ausgerufen, weil am selben Datum im Jahr 1960 eine friedliche Demonstration in Südafrika blutig niedergeschlagen wurde. Dabei wurden 69 Menschen ermordet, weil sie gegen die Apartheid demonstrierten.

Unsere Welt hat heute noch mit den Überbleibseln rassistischer Gewaltregime zu kämpfen – Alltagsrassismus ist eines davon. Und dieses Problem sollte nicht nur von Menschen mit Migrationshintergund gelöst werden, sondern von allen Teilen unserer Gesellschaft.

Quelle: Noizz.de