Für Menschen mit Zwangsneurose stellt die Corona-Krise eine riesige Herausforderung dar. Wie weit das gehen kann, zeigt ein Fall aus England: Melanies Sexleben hat sich um 180 Grad gedreht.

Corona hat so einige neue Rituale in unser Leben gebracht: Auf einmal ist es völlig normal ständig Hände zu waschen, zu desinfizieren, einen Mundschutz und Gummihandschuhe zu tragen. Was für die einen maximal etwas unbequeme Richtlinien sind, kann für Menschen mit Zwangsneurose (OCD) ein extremer Trigger sein. Wie weit das gehen kann, zeigt der Fall von Melanie Jennings aus England. Die 26-jährige Pflegehelferin hatte ihr OCD eigentlich gut im Griff, seit Beginn des Corona-Lockdowns im März hat die Angst vor einer Ansteckung ihr (Sex-)Leben aber komplett auf den Kopf gestellt.

Seit Dezember 2019 ist die Pflegehelferin in einer Beziehung mit dem 24-jährigen Joe Hutchens. Das Pärchen teilt sich eine Wohnung und hatte vor Corona viel und lange Sex, wie Melanie gegenüber der britischen Zeitung "The Sun" verriet. Mit der Pandemie hat sich das allerdings geändert: Jetzt könne sie nicht einmal an Sex denken, ohne dass beide geduscht, Händedesinfektionsmittel, starke Körperwaschmittel und desinfizierte Handtücher verwenden haben. Insgesamt hat die 26-Jährige über 1.750 Pfund (circa 1.942 Euro) für Masken, Reiniger und Co. ausgegeben.

Die Missionarsstellung ist für Melanie aktuell unvorstellbar.

Vor dem Sex muss Melanie so einiges vorbereiten

Das Zimmer wird grundgereinigt und das Bett desinfiziert. Die Bettwäsche wird ausgetauscht – egal wie frisch – und Kerzen mit natürlich desinfizierenden Ölen wie Zitrone angezündet. Bevor es losgehen kann, müssen Melanie und Joe außerdem frische Kleidung, Mundschutz und Gummihandschuhe anziehen. Außer Löffelchenstellung oder Doggie Style läuft nichts und nach fünf Minuten ist die intime Zweisamkeit dann auch schon vorbei – mehr lässt Melanies Zwangsstörung aktuell nicht zu.

Und was sagt Joe? Der unterstützt seine Melanie: "Ich werde alles tun, um ihr zu helfen. Ich fühle mich dadurch eigentlich auch ruhiger. Die Dinge werden sich ändern. Es ist mutig von ihr, ihre Geschichte zu erzählen", so der 24-Jährige gegenüber "The Sun".

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aa

Quelle: Noizz.de