Erst hieß er Jeff, jetzt heißt sie Jess – auf ihrem Blog erzählt sie, wie es dazu kam.

Jess Herbsts Reise endet mit einem Brief. Ihre Reise? Eine Geschlechtsumwandlung – ein Jahr, in dem aus Jeff Jess wurde. Ihr Brief? Die Nachricht an ihre Mitbürger darüber.

Jess hat einen besonderen Job: Sie ist Bürgermeisterin von New Hope – die erste Transgender-Bürgermeisterin der USA. Und das im erzkonservativen Texas. In einem rührenden Brief hat sie sich mit dieser Nachricht an die Bürger ihrer Stadt gewendet.

Auf ihrem Blog erzählt Jess, dass sie sich seit vielen Jahren im falschen Körper fühlt. Schon als Kind trug Jess lieber Kleider als Jeans. Alles andere als gut fand das ihre Mutter – die sperrte die Tür ab, nachdem Jess regelmäßig ihre Kleider auslieh.

Allen Hindernissen zum Trotz ändert sie ihre Einstellung zu weiblichen Klamotten nicht. Mit zwölf fängt Jess an, sich für BHs zu interessieren – sie trägt sie nachts.

Nie aber bekennt sie sich dazu, dass sie sich in ihrem Inneren wie eine Frau fühlt. Im Gegenteil: In der Uni lernt Jess ihre spätere Frau kennen, heiratet sie und wird Vater von zwei Kindern.

Die Geburt ihrer beiden Töchter hat Jess als Therapie von ihrer Sehnsucht nach einem andere Körper empfunden. Lange verdrängt sie, dass sie eigentlich eine Frau sein will.

Als sie im Internet davon liest, wie vielen Menschen es ähnlich wie ihr geht, trifft sie eine Entscheidung: Sie erzählt ihrer Partnerin davon, dass sie sich umoperieren wird – und die unterstützt sie.

Die größte Hürde steht Jess bevor: Sie muss ihren Kindern von ihrem Entschluss erzählen. Die reagieren anders, als erwartet.

Während sich ihre jüngste Tochter dazu durchringen muss, die Entscheidung ihres Vaters zu akzeptieren – und es dann aber aus vollem Herzen tut –, unterstütz ihre älteste Tochter das Vorhaben. Sie wird zu einer Art Lehrerin, die ihren Vater in die Welt der Frauen führt – vom Schminken bis zum Kleiden.

Ein Jahr dauert Jess' Hormontherapie – heute ist Jess eine Frau. Ihre Entscheidung hat sie nie bereut. Kein Wunder, immerhin lebt sie weiterhin glücklich mit ihrer Familie zusammen.

Was Jess besonders freut: der Rückhalt in New Hope. Der „Washington Post“ sagte sie, sie sei „überwältigt“ von der Unterstützung, die sie für ihre Entscheidung bekomme.

Ihre Botschaft ist auch ein Lob an die Gesellschaft: „Vor einigen Jahren wäre so etwas nicht akzeptiert worden.“

Quelle: Noizz.de