Bei Twitter trendet gerade der Hashtag #wasmichandeutschlandstoert ...

Dieser Hashtag könnte deutscher nicht sein.

Ist es wirklich euer Ernst? Habt ihr nichts besseres zu tun, als euch mal wieder andauernd über euer Leben hier zu beschweren?

Damit will ich nicht die Moralkeule schwingen und plumpe Sätze wie „in Afrika geht's den Leuten viel schlechter“ schreiben. Der Vergleich wäre sehr falsch und nicht angebracht.

Jedoch wäre es doch mal ein Anfang, sich hinzusetzen und darüber nachzudenken, was hier alles gut ist. Darüber, wie man hier einfach zum Arzt gehen kann und nicht gleich in komplette Armut verfällt, da die Arztkosten übertrieben hoch sind (siehe USA).

Mein Anliegen ist es, lieber #wasmirandeutschlandgefaellt zu hypen!

Immerhin haben wir vor zwei Jahren endlich Mal die Fußball-WM wieder gewonnen. Es gibt also keine Grund zum meckern.

Warum sind die Skandinavier angeblich glücklicher als wir? Sie zahlen deutlich mehr Steuern als wir, es ist deutlich kälter dort und im Winter wird es schon gegen 15 Uhr stock duster. Alles Themen, die Deutsche zur Weißglut bringen und Wut auslösen. Große Wut.

Michael Booth, ein britischer Autor und Journalist, der in Kopenhagen wohnt, hat versucht, in seinem Buch „The Almost Nearly Perfect People“ („Die fast perfekten Menschen“) zu erklären, warum die Menschen in anderen Länder, wie etwa Deutschland, so „grumpy“ sind.

Sein Fazit: Die Skandinavier geben sich schneller Zufrieden. Wenn man Menschen auf der Straße dort fragt, warum sie glücklich sind, hört man Antworten wie „meine Familie ist gesund und ich hab einen Job“, oder „ich hab gestern eine Hund bekommen, mein Leben könnte nicht besser sein“.

In Deutschland fällt genau dies den meisten Menschen sehr, sehr schwer. Hat man nach langer Suche einen Job bekommen, ist die Freude zwar groß, doch nicht sehr langwierig – schnell sind die Kollegen unfreundlich, der Kaffee nicht gut, oder der Chef blöd.

Damit will ich nicht sagen, dass alles überall perfekt ist. Natürlich nicht. Natürlich ist auch in Skandinavien nicht alles perfekt. Es geht jedoch einfach darum, sich Dinge so in Perspektive zu setzen, dass sie einen nicht so wütend machen.

Es geht darum gemütliche Abende und Momente mit den Liebsten mehr zu genießen und das Leben so zu nehmen, wie es gerade ist. Natürlich mit Ehrgeiz, das beste für sich zu tun.

Versucht euch doch mal nur einen Tag lang nicht zu beschweren. Dinge so zu sehen, dass sie nun Mal passieren, und vor allem: lächelt die Leute in eurem Leben mehr an und seid nett! Es tut gut und hilft anderen dabei, glücklicher zu sein.

Erinnert euch an den Moment, der Deutschlands Image in der Welt verbesserte: die WM 2006. Die Welt findet uns seitdem sehr cool. In Erinnerung geblieben ist die Freundlichkeit und Offenheit der Deutschen.

#wasmichandeutschlandstoert ist einfach völlig unnötig. Gönnt euch mal ein bissl mehr „hygge“, so nennen die Dänen ihre Lebensphilosophie. „Gemütlichkeit“. Es ist doch alles gut.

Quelle: Noizz.de