Die Binde soll drei Jahre halten.

500 Millionen Frauen haben keinen Zugang zu hygienischen Menstruationsprodukten. Als das der 17-jährige Ziyaan aus Tansania erfuhr, wusste er, dass er etwas dagegen tun wollte. Also entwarf er eine nachhaltige Binde – und verteilte sie an die Mädchen in seiner Schule.

Inspiriert für das Projekt wurde er von einer Doku auf Facebook. Darin ging es um menstruierende Frauen in Indien. Im Rahmen eines Schulprojekts entschied er sich dann, wiederverwendbare Pads zu entwerfen. Die gibt es zwar schon, doch er wollte diese Erfindung auch zugänglich für die Mädchen aus seiner Schule machen.

Er ließ die Binden von einem Schneider aus Flanell und Watte nähen und verteilte sie an zwei Dutzend Mädchen aus seiner Schule. Nach Ende des Schulprojekts begeisterte ihn das Thema weiterhin und er entschied sich, zusammen mit ein paar Freunden an einer noch besseren Binde zu arbeiten. Die daraus entstandene Binde hält bis zu drei Jahre, ist 100 Prozent biologisch abbaubar und kostet gerade mal fünf Euro.

 Mittlerweile hat sich das Projekt weiterentwickelt. Ziyaan leitet heute die Initiative "Affordable and Accessible Sanitation for Women", die Schulworkshops in Kenia, Tansania, Indien, den Vereinigten Emiraten, Pakistan und Nigeria leitet. In der Schule wurde er für seinen Einsatz noch ausgelacht. Jetzt ist er ein Antreiber einer Debatte, die noch viel größer ist, als Menstruation an sich: Es geht um gleiche Chancen für alle, und die Auflösung eines Stigmas. 

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lmh

Quelle: Noizz.de