Mord und Psychoterror: Spieler packen aus.

Sie waren für viele von uns das erste Game, das wir von morgens bis abends gezockt haben: Die Sims. Unseren Eltern war's meist egal – das Spiel erschien so unschuldig wie ein Puppenhaus im Kinderzimmer. Aber war das wirklich so?

Manche Eltern hielten es wohl für ein wunderbares „Training“ fürs Erwachsenenleben. Die Sims lehrten uns, wie wir richtig mit Geld umgehen. Sie lehrten uns, den Haushalt zu schmeißen. Sie lehrten uns, wie wichtig Freunde und Familie sind.

Manchmal halfen die Sims den Eltern sogar dabei, die heikle Frage „Woher kommen eigentlich die Babys?“ zu beantworten. Erwachsene dachten: Die Sims-Welt ist eine Welt ohne Gewalt, Sadismus und Abweichungen.

Doch der Mantel des Schweigens muss jetzt gelüftet werden. Die Wahrheit kommt so langsam ans Licht.

Ja – wir haben unsere Sims gequält. Ja – wir haben auch mit Mord experimentiert. Und weil die Fantasie von Kindern meistens endlos ist, entdeckten wir zahllose verschiedene Arten, einen Sim zu töten.

1. Der Todes-Pool

Die schnellste, verlässlichste und beliebteste Art, ungeliebte Sims loszuwerden: sie in den Pool stecken. Dazu mussten wir bloß die Leiter aus dem Becken entfernen. Nach 15 Minuten realisierten die Sims ihre tragische Lage. Sie schrien und bettelten um ein Bett – Wasser macht Sims müde – oder um Essen. Nach einer Stunde war alles vorbei. Der Sensemann kam, schrieb das Todesprotokoll, und ein Pop-up-Fenster informierte uns über den Tod eines unserer Sims.

Diese Tötungsmethode war so weit verbreitet, dass es in der nächsten Sims-Generation nicht mehr möglich war, die Leiter aus dem Pool zu entfernen. Aber die nachfolgenden Spieler bewiesen Raffinesse und Grausamkeit: Anstatt die Leiter aus dem Pool zu nehmen, drapierten sie einfach sperrige Möbel rund um das Becken.

2. Tod durch Meerschweinchen

Einer der weniger speltakulären Todesarten bei den Sims. Wenn du den Käfig deines Haustiers nicht oft genug gereinigt hast, starben die Sims an den Tier-Keimen: Spielen mit dem Haustier konnte also auch tödlich sein.

3. Spiel mit dem Feuer

Feuer ist einer der wenigen Sims-Spezialeffekte. Ein Feuer konntest du durch unvorsichtiges Kochen entfachen oder auch durch Indoor-Feuerwerk.

Nur Sadisten machten im Spiel Feuer, denn es brachte die Sims von allen Effekten am schnellsten zum Weinen und Schreien. „Ich mochte es immer besonders, wenn Kinder brüllten. Und wie sie weinten, wenn sie die Asche ihrer verbrannten Eltern aufsammelten“, schreibt ein User. Puh!

4. Zwangsarbeits-Camp

Einen sehr unkonventionellen Weg, um im Spiel Geld zu verdienenen, erfand ein anderer Gamer. Er brachte einen hässlichen, kleinen, fetten Mann mit grünem Kinn in seinen Haushalt. Seine Charakterzüge: ist gern allein, liebt Kunst, hasst es, draußen zu sein.

Das neue Familienmitglied lud man dann gleich in den Keller ein – und entfernte die Treppen dorthin. Dort gab es alle Basics zum Überleben: Kühlschrank, Toilette, Dusche, Bett, Mülleimer.

Doch das Wichtigste dort unten war eine Staffelei. Denn alles, was der Sim im Keller tat, war Malen, Malen, Malen. Der Typ war der „Zeichenzwerg“.

Einmal alle paar Monate ging der Spieler dann runter in den Keller – einfach nur, um wertvolle Bilder wieder mit hoch zu nehmen. Die Familie im Obergeschoss des Hauses lebte dadurch im Luxus.

Diese Methode wurde noch abgewandelt: So ließen manche Gamer ihre Sims auch Bestseller-Romane schreiben.

5. Psychoterror

In Sims-Foren findest du unzählige Beispiele für psychische Gewalt, der Sims unterworfen wurden.

Ein Mädchen gab zu, dass sie ein Sims-Pärchen erstellte, nachempfunden ihrem Ex und der „Bitch“, mit der er sie betrogen hatte.

„Ich gab ihnen beschissene, getrennte Betten. Sie duschten nicht. Sie mussten ihr Essen selbst anpflanzen. Und er war gemein zu ihr – er quälte sie psychisch, er schlug sie. Wann immer sie rausgingen und sich mit anderen trafen, weinte sie.

6. Die Sex-Falle

In einem Kommentar zu einem YouTube-Video rühmt sich ein anderer User damit, wie er eine ganze Sims-Community terrorisierte: „Mein Sim verführte Männer aus der ganzen Nachbarschaft und brachte sie dazu, ihre Familien zu verlassen und mit ihr zu schlafen. Sie malte Bilder von den Typen und schmiss sie aus dem Haus. Diese Porträts hing sie dann auf in dem Flur, der zu ihrem Schlafzimmer führte – sodass die nächsten Männer immer die Gesichter ihrer vorherigen Opfer sehen konnten.

Die Familien wollten untreue Väter und Ehemänner nicht mehr zurücknehmen. Ein ganzer Haufen Typen hatte dadurch für den Rest des Lebens Depressionen. Sie lebten in Wohnwagen und schauten zu, wie ihre Ex-Frauen und die Geliebte ein glückliches Leben führten.

7. Das Labyrinth des Todes

Ein anderer Weg, um einen Sim verrückt zu machen, beschreibt ein anderer User: „Ich erfand so eine Mischung aus einem Seniorenheim und einem Survival Camp. 20 alte Leute lebten in einem Gebäude, das eigentlich ein großes Labyrinth war. Es führte zu dem einzigen Bad, der einzigen Dusche und dem einzigen Kühlschrank im ganzen Haus.

Natürlich starben nach und nach alle. Am Ende war nur noch ein einziger Mann übrig, ein Typ in einem Cowboy-Kostüm. Er drehte komplett durch. Er sah überall die Geister seiner toten Freunde. Es war klasse.“

Quelle: Noizz.de