Mhhh… Pizza-Opioide!

Wissenschaft kann so emotional sein. Jemand hat herausgefunden, dass Pizza die Opioid-Produktion in unserem Körper anregt. Und schon das Wissen darum macht mich so glücklich, als dampfte vor mir eine warme, weiche Pizza mit viel Käse und Chili und noch mehr Käse.

Finnische Neurowissenschaftler haben zehn Männern wirklich gute Pizza serviert (wo kann ich mich für solche Studien registrieren?), sie eine Nacht fasten lassen (oh …), oder ihnen einen geschmacklosen, aber gleich kalorienreichen Drink gegeben (okay, ich bin raus). Jeder war mit jedem Abendessen mal dran und jeder musste anschließend etwas zu seinem Gemütszustand berichten.

Die Pizza-Esser waren natürlich die glücklichsten, und Endorphine wurden dabei auch ausgeschüttet.

Die Wissenschaftler beobachteten aber auch, was in den Köpfen passierte. Und stellten überrascht fest, dass auch die Kalorien-Trinker Endorphine ausgeschüttet hatten – sogar mehr, als ihre glücklichen Pizza-Kollegen. Wie lecker jemand die Pizza fand, hat den Daten zufolge keinen Einfluss darauf, wie stark Endorphine ausgeschüttet werden.

Klingt alles total komisch? Hier kommt die Klugscheiß-Story für euren nächsten Pizza-Abend:

Von Opium haben wir alle schon gehört. Die Droge wird aus dem Saft der Schlafmohn-Samen gewonnen. Das wissen wir Menschen schon seit 8000 Jahren.

Erst seit 1973 wissen wir, dass wir im Körper spezielle Rezeptoren dafür haben, die wir auch anders reizen können. Mit den Endorphinen zum Beispiel, 1975 entdeckt. Deren Name in der Langform lautet: „Endogene Morphine“, das klingt schon ein bisschen nach Drogen.

Gemeint sind Opioide, die der Körper selbst produziert und die uns das Leben versüßen, die Liebe, den Sex und den Feierabend. Und die Pizza. Denn Opioide sind Stoffe, die ähnlich wirken, wie diese Droge aus dem Schlafmohn, mit der sich die Menschen schon 6000 Jahre vor unserer Zeitrechnung berauscht haben. Daher der Name.

Ähnlich wie beim Opium funktioniert übrigens auch das Suchtpotential: Was uns glücklich macht, das wollen wir wieder haben. Mit ihrer Pizza-Studie wollen die Neurowissenschaftler besser verstehen, wieso manche Menschen essen, bis krankhaftes Übergewicht entsteht. Und vielleicht finden sie so eines Tages auch ein Mittel für jene Menschen, die ihre Liebe zur Pizza gern etwas verringern wollen.

Mit zehn männlichen Teilnehmern ist die Studie wirklich klein. Winzig. Da müssen die Forscher also noch weiter dran arbeiten. Nachlesen könnt ihr die Arbeit von Lauri Nummenmaa und seinen Kollegen vom Turku PET Centre im Journal of Neuroscience.

Quelle: Noizz.de