Und wieso wir deshalb trotzdem nicht an Proteinmangel sterben.

Ein neuer, über 500 Seiten langer Bericht der United Nations mit dem Titel "Creating a Sustainable Food Future" legt nahe, dass wir eine Klimakrise nur abwenden können, wenn sich die Bevölkerung weltweit in Richtung einer vegetarischen beziehungsweise veganen Ernährung bewegt.

Die Resourcenknappheit, die auf uns in Zukunft zukommt, könne nur dann behoben werden, wenn landwirtschaftliche Flächen effektiver genutzt würden. Außerdem müssten die Treibhausgase der Nahrungsproduktion radikal verringert werden.

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Bis 2050 könnte die Erde laut den Ergebnissen der UN rund 9,8 Milliarden Bewohner zählen, knapp 2,8 Milliarden mehr als noch momentan. Um diese Menschen nach aktuellen Standards zu ernähren, müsste die weltweite Produktion von Nahrungsmitteln im Vergleich zum Jahr 2010 um 56 Prozent steigen. Um diesen Bedarf durch konventionelle Landwirtschaft zu decken, müssten wertvolle Grünflächen gerodet werden. Nach Einschätzung der UN müsste eine Waldfläche doppelt so groß wie Indien in Nutzfläche umgewandelt werden.

Unsere Landwirtschaft ist allerdings schon jetzt für 25 bis 30 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Eine weitere Erhöhung – zusammen mit der Vernichtung überlebenswichtiger Grünflächen, die Schadstoffe aus der Atmosphäre filtern – wäre für den Klimawandel fatal. Milch- und Fleischproduktion ist besonders belastend für die Umwelt, da nicht nur viele Treibhaushase wie Methan ausgestoßen werden, sondern auch das Grundwasser verschmutzt wird. Laut der UN ist deshalb eine "Verschiebung der Ernährung von Fleischkonsumenten in Richtung pflanzlicher Lebensmittel" unabdingbar. Pflanzliche Lebensmittel können nicht nur kostengünstiger, sondern auch platz- und wassersparender angebaut werden.

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Der Report räumt neben der Empfehlung einer pflanzlichen Ernährungsweise auch gleich mit einem der größten Mythen um den Veganismus auf: Eiweißmangel.

"Mehr Protein ist nicht unbedingt besser, es sei denn, eine Person ist unterernährt. Protein ist nicht wichtiger als die anderen Nährstoffe, die für eine gute Gesundheit benötigt werden, und viele Menschen brauchen nicht so viel Protein, wie sie glauben. Beispielsweise konsumierte der durchschnittliche US-Erwachsene im Jahr 2012 66 Prozent mehr Eiweiß pro Tag als der durchschnittliche geschätzte Tagesbedarf, doch laut einer Umfrage von 2014 gaben 21 Prozent der Erwachsenen an, dass sie das Gefühl haben, an Eiweißmangel zu leiden", so die UN.

Tatsächlich rät die Weltgesundheitsorganisation, dass nur rund 10 bis 15 Prozent des eigenen Kalorienbedarfes aus Eiweiß stammen muss, um das Tagesziel zu erreichen. Laut dem Bericht ist es tendenziell sogar eher gesundheitsschädlich, hohe Mengen an Protein zu konsumieren und kann unter anderem zu Nierenerkrankungen führen.

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Quelle: Noizz.de