Alles für einen guten Zweck, aber: Die Royal Mail hat damit ein kleines Problem.

28 Milliarden Verpackungen aus nicht-recycelbarem Plastik in sieben Jahren – das ist in etwa die grottige Umweltbilanz des britischen Chip-Imperium Walkers aus Leicester. So gut wie jeder Brite und Britin hat schon mal eine Tüte Walkers in der Hand gehabt und damit auch Müll produziert.

Eigentlich will Großbritanniens größter Chips-Produzent seine Verpackungspraxis bis 2025 umstellen. Das dauert den Initiatoren der Kampagne auf der Petitions-Plattform „38 Degrees“ allerdings viel zu lange. Sie fordern ein schnelleres Umdenken.

Damit Walkers zügig reagiert, wollen sie das Unternehmen gehörig nerven: mit leeren Chipstüten per Briefboten. Sollen die doch selber mit ihrem Müll klarkommen! Sogar eine Anleitung der Aktivisten findet sich im Internet. Allerdings gibt es bei der außergewöhnlichen Protestaktion ein Problem: die Royal Mail, also die britische Staatspost.

Für die sind die leeren Mini-Chipstüten nämlich ein echtes Disaster. Sie können nicht automatisch sortiert werden, sondern müssen manuell einsortiert werden. Und das kostet Zeit, sodass auch normale Postsendungen verspätet bei ihren Empfängern ankommen.

Laut Royal Mail sind bisher 30 solcher Chips-Briefe bisher an Walkers gesendet wurden. Das Unternehmen selbst reagiert entspannt. Gegenüber der „BBC“ sagte ein Pressesprecher: „Wir schätzen die Bemühungen wert, die uns das Thema Verpackungsmüll näher gebracht haben.“ Man bemühe sich, eine gute Lösung zu finden. Das Problem ist, dass Chips eine Verpackung brauchen, die so gut wie keine Feuchtigkeit und Sauerstoff durchlassen – denn sonst wären sie nicht mehr knusprig.

In Großbritannien sind Chips als Mittags-Snack etwas ganz Normales. In eigentlich jedem Lunch-Deal großer Food-Ketten und Supermärkte sind sie integriert. Auch in Lunchpaketen für die Schule werden sie Kindern oft mitgegeben. Dementsprechend polarisierend ist das Thema auf der Insel – und lenkt vielleicht auch ein bisschen von der kniffligen Frage nach einem zweiten Brexit-Votum ab.

Quelle: Noizz.de