Ferrero bleibt in glückseliger Unwissenheit.

Irgendwie hat Nutella es als zuckerhaltiger Fett-Aufstrich geschafft, sich als Frühstücks-standard zu etablieren. Werbungen der DFB-Elf sei Dank. 365.000 Tonnen Nutella werden jedes Jahr von Mutter-Firma Ferrero produziert. Doch nun deckt der britische Fernsehsender "BBC" ein dunkles Geheimnis der Streichcreme auf – denn die Haselnüsse werden allem Anschein nach auch von Kindern gesammelt.

Im Zuge einer Recherche zur Herkunft der Nutella-Haselnuss besuchte der "BBC" Haselnuss-Plantagen an der Schwarzmeerküste der Türkei. Die 400.000 Plantagen sind die Quelle von 70 Prozent der weltweiten Haselnuss-Lieferungen. Ein Drittel dieser Ernte geht alleine an Ferrero. Die Betreiber der Felder wissen oft nicht, wo die Haselnüsse im Endeffekt landen.

Die "BBC" entdeckte dort Kinder, die mit den Erwachsenen zusammen die Haselnüsse einsammelten. Es handelte sich bei ihnen um die Kinder von Migranten, die zusammen mit ihren Eltern auf der Plantage arbeiten. Für einen zehn-stundenlangen Arbeitstag bekommen sie dafür als Saisonarbeiter wahrscheinlich gerade mal acht Euro am Tag.

Der Mitinhaber einer der Haselnussfelder schob die Schuld gegenüber "BBC" auf die Eltern. Die Eltern wollten wohl, dass die Kinder arbeiten und dafür bezahlt werden. Wenn der Plantagen-Betreiber ihnen keine Arbeit bieten würde, dann würden sie einfach weiterziehen und bei der nächsten Plantage arbeiten.

Bamsi Akin, der General Manager der Ferrero Hazelnut Company in der Türkei, verteidigt sich gegenüber den Vorwürfen. Zwar könne er die Vermutung nicht gänzlich bestreiten, jedoch sagte er, dass er ein unethisch geerntetes Produkt nicht anfassen würde – sofern er davon wüsste. Für Ferrero ist es nämlich unheimlich schwer, den Ursprung einer Haselnuss zurückzuverfolgen bis zu der Hand, die sie gepflückt hat.

Nur rund 39 Prozent der Haselnüsse können bis jetzt zurückverfolgt werden. Das Unternehmen bleibt also momentan in glückseliger Unwissenheit. Bis 2020 wollen sie aber ihre Haselnüsse zu 100 Prozent nachverfolgen können. 

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Quelle: Noizz.de