Shitstorm gegen „Vagina“-Smoothie – wegen Sexismus- und Rassismus-Vorwurf

Laura Wolfert

HipHop. Popkultur.
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Der schwarze Smoothie – mit Vanillegeschmack – wird es so wohl bald nicht mehr in den Regalen geben Foto: truefruitssmoothies / Instagram

Der Fruchtsaft sah aus wie Sperma.

Die Smoothie-Marke „true fruits“ erregt immer wieder Aufmerksamkeit. So steht am Rand der Saftflasche die sogenannte Kür: eine meist witzige – aber häufig auch provokante – Produktbeschreibung. Beispielsweise wird bei dem Creamie-Smoothie mit Pfirsich beschrieben, warum das Obst an den menschlichen Hintern erinnert. Das Unternehmen fährt aber nicht nur bei der Produktbeschreibung, sondern auch allgemein eine offensive Werbestrategie. Für viele zu offensiv. „true fruits“ kommt immer wieder in die Kritik, die Grenzen der Werbung zu überschreiten.

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Die schwarze Saftflasche: zu viel Provokation?

Einen Shitstorm nach dem anderen kassierte der Hersteller mit der schwarzen Saftflasche der Sorte Vanille. Deswegen gab „true fruits“ jetzt via Instagram bekannt, das umstrittene Getränk aus dem Sortiment zu nehmen. Warum? Der dickflüssig, gelb-weiße Saft ließ sich in einer durchsichtigen Glasflasche nicht verkaufen. Er erinnerte wohl zu sehr an männliche Samenflüssigkeit. Deswegen setze das Unternehmen auf eine schwarze, blickdichte Flasche – und auffällige Werbung.

„Schafft es selten über die Grenze“, lautetet 2017 die österreichische Plakatkampagne, wegen der „true fruits“ Rassismus vorgeworfen wurde. Doch nicht nur das: Im selben Jahr wurde der gleiche Smoothie von REWE aus dem Sortiment genommen. „Vagina“ stand diesmal auf dem Mix aus Vanille, Apfel und Banane. Für die Supermarktkette hatte die Aufschrift aber nichts auf einem Lebensmittelartikel zu tun und verbannte das Getränk aus den Regalen. 

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Zu viel des Guten – auch für „true fruits“ selbst. „Uns gehen die ständigen Fehlinterpretationen auf die Nerven. Wir nehmen ihn nur deswegen aus dem Sortiment. Wirklich nur deswegen“, heißt es jetzt auf dem offiziellen Instagram-Account. Typisch für das Label steht nun am Rand der Flasche eine passende Kür: ein Abschiedsbrief mit Todesdatum. Den Vanille-Smoothie wird es in dieser Form wohl nicht mehr geben.

Das Statement: Fuck you.

„true fruits“ äußerte sich aber nicht nur bei dem Foto-Post zu dem Ende des schwarzen Smoothies, sondern gab zudem noch ein Statement in ihrer Instagram-Story ab. „Uns wurde in den letzten Tagen vorgeworfen, dass wir Sexismus und Rassismus propagieren“, schreibt das Unternehmen. „Viele von euch haben sich aufgeregt. Jetzt möchten wir dazu Stellung nehmen.“ Was darauf folgt ist aber keine richtige Stellungnahme, sondern lediglich ein Songausschnitt, in dem Jamie Fox sehr gefühlvoll „Fuck you“ singt.

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Jamie Fox singt in der Story von truefruits: Fuck you Foto: truefruits / Instagram

Hinter der Marketingstrategie stecken übrigens zwei Frauen: Fee und Tina haben ihren ganz eigenen Instagram-Account „shuthefruitup“.

Die nackten Figuren: Sexismus ersetzt Rassismus

Doch warum wird der schwarze Smoothie erst jetzt aus dem Sortiment genommen? Der Shitstorm ist schließlich schon eine Weile her. Aktuell provozierte „true fruits“ eigentlich mit einem ganz anderen Design: der Valentinstags-Editionmit Smoothies und Creamies. „Mykonos“, „Brooklyn“, „Rio“, „Paris“ heißen die Getränke. Die Hauptstadt Thailands wird zudem zweideutig geschrieben: „Bangcock“. 

Darauf abgebildet sind Figuren mit nacktem Körper, deren Münder zu einem O geformt sind. Sieht pervers aus? Ist sicher auch so gewollt. Wahrscheinlich hat die Diskussion um die Valentinstag-Edition auch die Rassismusvorwürfe des schwarzen Smoothies wieder präsent gemacht. 

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Quelle: Noizz.de