Mineralöl, Salz und Calciumphosphat: Warum du lieber zweimal nachdenken solltest, bevor du in die Tiefkühltruhe im Supermarkt greifst.

Ob nach einem langen Tag bei der Arbeit, als Comfort-Food wenn du krank bist, oder nachts um 2 Uhr wenn du einen Kater am nächsten Tag vermeiden willst: Tiefkühl-Pizza ist immer für dich da. Besonders Salami-Pizza ist bei uns Deutschen beliebt; diese Sorte wird am häufigsten ausgesucht. Dass das Cheat-Meal nicht gerade gesund ist, weiß jede*r. Aber was genau steckt in Tiefkühlpizzen drin, welche schmeckt am besten, und welche ist vergleichsweise besonders ungesund? Um dieser Frage nachzugehen, hat Öko-Test 20 Tiefkühl-Salami-Pizzen untersucht.

Auf deiner Pizza glänzt nicht nur Käse, sondern auch Maschinenfett

In sechs der 20 getesteten Pizzen fanden die Forscher*innen Mineralöl, genauer gesagt, gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH). Gerade bei der "Ja! Steinofenpizza Salami" von Rewe wurden erhöhte Mengen von MOSH entdeckt, die sich in deinen Organen anreichern können. Derzeit ist jedoch unklar, welchen Einfluss das auf die Gesundheit eines Menschen hat.

Wie die MOSH in die Pizzen gelangen, können Expert*innen auch nur vermuten. Sie tippen darauf, dass bei der Herstellung der Pizzen oder der Zutaten technische Fette von den Produktionsmaschinen eingetragen werden.

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Bei einer Salami-Pizza, der "Ofenfrische Salami" von Dr. Oetker wurde außerdem Calciumphosphat als Zutat entdeckt. Generell sollten Menschen die Einnahme von Phosphaten vermeiden, da sie die Nieren schaden kann.

Salz, gesättigte Fettsäuren und Co.: Tiefkühl-Pizzen sind nichts für die Gesundheit

Was die meisten an einer Tiefkühl-Pizza jedoch reiz, ist der salzige, herzhafte Geschmack. Auch hier weisen viele Pizzen laut Forschung Makel auf. Die meisten der getesteten Lebensmittel enthielten zu viel Salz, nur bei drei der Pizzen lag die Menge unter 1,25 Gramm pro 100 Gramm. Durch den Konsum von zu viel Salz steigt jedoch das Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln.

Abgesehen von Salz stellte man im Labor einen zu hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren in den meisten Test-Pizzen fest. Auch der Energiegehalt sei insgesamt zu hoch. Bloß die Menge an Ballaststoffen und Eiweiß konnte von den Expert*innen positiv bewertet werden.

Alles in allem wurden diese Faktoren gemeinsam berücksichtigt und es wurde für jede einzelne Pizza ein Nutri-Score berechnet. Dabei handelt es sich laut Öko-Test um "ein von Ernährungswissenschaftlern entwickeltes Kennzeichnungssystem, das anzeigen soll, wie 'gesund' ein Produkt ist". Gerade mal eine Pizza erlangte die zweit beste Note, ein B – die Skala reicht von A bis E–, 13 bekamen ein C und sechs mussten sich mit einem D herumschlagen.

Geschmacklich sind aber alle Pizzen Sieger

Bloß beim Geschmack konnten sich die Pizzen als klare Sieger zeigen. Alle 20 Salami-Pizzen wurden von den Sensorikexpert*innen des Öko-Tests geschmacklich als "fehlerfrei" bezeichnet. Die einzigen Mängel, die sie bei manchen der Lebensmittel aufweisen konnten, war ein noch "leicht teigiger" Pizzaboden.

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Insgesamt schnitten zwei Tiefkühl-Salami-Pizzen mit der Bestnote "sehr gut" ab: die "Ah Steinofen-Pizza, 3 Stück" von Aldi für 0,88 Euro pro 375 Gramm, und die "Eismann Pizza Salami, 2 Stück" für 4,07 Euro pro 375 Gramm. Zehn Weitere konnten als "gut" empfohlen werden.

  • Quelle:
  • NOIZZ-Redaktion