Der Festival-Sommer rückt näher. Wir haben alle Tipps, wie du als Veganer nicht verhungerst.

Die Festival-Grundausstattung aus Gummistiefeln und Kopfschmerztabletten ist ja schön und gut, allerdings reicht das kaum, wenn man als Veganerin aufs Festival fährt. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Der schlimmste Kater wird noch viel grausamer, wenn es nichts gibt, was den brummenden Schädel wenigstens ein wenig beruhigt. Und während alle anderen sich ihr Fleisch auf den Grill werfen oder eine Bratwurst holen, sitzt man da und fragt sich, was eigentlich falsch gelaufen ist.

Mit Erfahrung wird alles besser

Die erste Lektion die ich als Veganerin gelernt habe: Gute Vorbereitung ist alles. Das nervt schnell, und irgendwann fragt man sich: Wie viel Zeit muss ich eigentlich in meine Ernährung investieren, damit ich offiziell eine Essstörung haben? Aber je besser ihr euch kennt und euch dementsprechend vorbereiten könnt, desto besser geht es euch auf dem Festival (oder generell auf Reisen und unterwegs).

1. Für den Notfall vorsorgen

Sich gut zu kennen und vorzubereiten, bedeutet also vor allem, dass man was in petto hat, was einem im Notfall den Hintern rettet. In meinem Fall bedeutet das: Eine Packung reichhaltiges Schwarzbrot und eine Dose veganen Brotaufstrich mitnehmen. Brot und Auftrich werden nicht so schnell schlecht, halten auch die Sonne aus, sind einigermaßen gesund und gehen zu jeder Tages- und Nachtzeit.

2. Denkt an die Elektrolyte

Schon im grandiosen Film (und Buch) „Herr Lehmann“ haben wir gelernt: Elektrolyte sind wichtig, vor allem bei fröhlichem Alkoholkonsum. Chips kommen für Freunde des veganen Lebensstils allerdings nicht immer in Frage: Häufig wird mit Wild, Geflügel oder Fischsoße gewürzt oder bei der Produktion Lab oder Milchprodukte verwendet. Einfacher sind da Salzstangen oder gesalzene Nüsse – hier ist kein verstecktes Tier drin und die Zufuhr der Elektrolyte ist gesichert.

3. Das sind doch alles Peanuts

Wo wir beim Thema Nüsse sind: Studentenfutter sollte immer irgendwo im Rucksack zu finden sein. Nichts liefert so schnell Zucker und Energie wie eine Handvoll Rosinen mit Nüssen. Gegenüber Schokolade hat Studentenfutter auch noch zwei Vorteile: Es ist gesünder und schmilzt nicht in der Sonne.

4. Der beste Start in den Tag

Egal, wann ihr aus eurem Zelt kriecht und ob ihr direkt nach dem Aufstehen euer erstes Alster trinkt: Frühstück ist wichtig. Die einfachste Variante hierfür ist eine Packung Müsli und Hafermilch (oder jede andere Milchalternative eurer Wahl). Haferflocken machen ungemein satt, die Trockenfrüchte und Nüsse im Müsli geben Energie und Hafermilch ist haltbar und jederzeit einsatzbereit – übrigens auch im Kaffee. Achtung: Löffel und kleine Plastikschüssel (oder -tasse) nicht vergessen.

5. Nur die Harten kommen in den Garten

Obst und Gemüse auf dem Festival ist nicht unbedingt für jeden etwas – viele kommen an drei Festivaltagen auch ohne frische Vitamine aus. Allerdings können Obst und Gemüse einem wirklich helfen, wenn man mal was Frisches braucht. Hier drauf achten: Am besten halten sich die Produkte, die nicht direkt angebeult sind oder braun werden. Möhren, harte Äpfel oder Kohlrabi halten erfahrungsgemäß am meisten aus. Ein Bund Radieschen kann auch nicht schaden.

6. Last Resort

Wenn ihr alles vergessen oder bereits aufgegessen habt, wenn die Bäckerei im Ort bereits geschlossen hat, ihr euch nicht mal ein trockenes Brötchen kaufen könnt und es auf dem Gelände keinen Falafelstand gibt: Sucht Fritten! Energie, Elektrolyte und sättigende Kohlenhydrate helfen jedem Veganer in Not – vor allem weil es die Biester an jedem Wurstgrill gibt und ihr nicht lange suchen müsst. Auch wenn sie nicht unbedingt total gesund sind, retten sie manchmal Leben. Achtung: Erkundet euch vorher, ob die Fritten auch tatsächlich in Pflanzenfett ausgebacken werden und welche Zusatzstoffe verwendet werden (meistens sind Fritten jedoch vegan). Die Mayo müsst ihr in den meisten Fällen jedoch weglassen, dafür sorgt Ketchup für den Extra-Zuckerrush.

Es soll ja auch Hartgesottene geben, die ganze Festivalwochenenden mit einem Jahresvorrat an veganen Würstchen überleben. Klar, geht das auch – ob sich der Magen da so freut, ist allerdings die Frage. Wer also ein bisschen mehr Kulinarik möchte, kann sich mit unseren Tipps über Wasser halten.

Quelle: Noizz.de