McDonald's hat am Donnerstag seinen Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2016 vorgestellt.

In der Pressemitteilung sucht man aber vergebens nach den Zahlen zum CO2-Ausstoß oder zum Verpackungsmüll. Stattdessen betont das Unternehmen fünf Mal(!), „die Wahrheit über McDonald's“ zu liefern – um dann eine Luftnummer zu liefern:

In ausgewählten Filialen bekommen Kunden ab sofort Kaffee oder Tee im Glas- oder Porzellanbecher serviert – vorausgesetzt sie trinken ihn vor Ort.

Die Initiative ist aus mindestens diesen zwei Gründen scheinheilig:

Jeden Tag essen zwei Millionen Deutsche bei McDonald's. Dort trinken die meisten aber keinen Kaffee, sondern bestellen hauptsächlich Burger und Softdrinks.

Im Jahr 2016 fielen bei McDonald's 13.796 Tonnen Müll aus Leichtstoffverpackungen an. Das ist jenes Material, aus dem die Colabecher gemacht sind. Effektiver wäre es, für diese Getränke Gläser anzubieten. Das wäre aber mit sehr viel Aufwand verbunden.

Insgesamt enstand im Jahr 2016 in den deutschen Filialen 45.889 Tonnen an Verpackungsmüll.

Selbst für die Kaffeetrinker sind die Porzellanbecher uninteressant, denn: Wer bitteschön trinkt seinen Kaffee in der Filiale? To-Go-Becher sind leider immer noch im Trend.

Dennoch muss man McDonald's zugutehalten: Seit November 2016 können die Kunden sich ihren coffee to go in ihren selbst mitgebrachten Becher füllen lassen. Dafür gibt es dann zehn Cent Rabatt.

An sich ist es ja lobenswert, dass McDonald's den Verpackungsmüll reduzieren will. Die Porzellanbecher sind jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Tatsache, dass das Unternehmen diesen mickrigen Beitrag zur Verpackunsvermeidung so in den Vordergrund stellt, zeigt, dass es McDonald's viel mehr um gute PR als um Nachhaltigkeit geht.

Quelle: Noizz.de