Studie zeigt: So lässt McDonald's Hühnchen quälen

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Unglückliche Hühnchen für den Foodporn Foto: tigerrulezzz / Unsplash

Der Fast-Food-Riese ist nicht der Einzige.

Es gibt doch nichts Besseres, als nach einer durchsoffenen Nacht am McDonald’s-Schalter auf seine Chicken McNuggets zu warten. Dieses zarte Fleisch! Diese obergeile Kruste! Ein handlicher Hähnchenformfleisch-Traum aus dem Frittier-Himmel!

So großartig dieser Foodporn auch sein mag. Fest steht: Schaut man tiefer in die Produktionskette der gängigen Fast-Food-Ketten, sieht das Ganze auf einmal nicht mehr so pornös geil aus.

Dass die Hühnchen, die von McDonald’s, KFC und Co. verarbeitet werden, kein fröhliches Leben auf einer Wiese verbringen, bis sie für unseren Genuss sterben, ist kein großes Geheimnis. Jetzt gibt es allerdings erst mal den wissenschaftlichen Beweis. Eine groß angelegte Studie, die hinter die Kulissen schaut, förderte erschreckende Ergebnisse zutage.

„Obwohl diese riesigen Unternehmen Milliarden von Pfund mit Hühnern verdienen, tun sie sehr wenig, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen“, heißt es im Bericht der Tierschutzorganisation World Animal Protection (WAP). Untersucht wurden Subway, Domino's in Großbritannien und Europa, Domino's in Nordamerika, KFC, Pizza Hut, Burger King, Nando's, McDonald's und sogar Starbucks.

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Dabei wurde nach drei Kriterien geforscht: Welche Richtlinien hat das Unternehmen, um das Wohlergehen von Hühnern zu schützen? Wann sagt das Unternehmen, dass es Maßnahmen ergreifen wird, um das Leben der Hühner zu verbessern? Und: Wie berichtet das Unternehmen über seine Fortschritte bei der Verbesserung des Wohlergehens von Hühnern? WAP vergab dabei folgende Noten: „Sehr gut“, „Gut“, „Fair“, „Dürftig“, „Sehr dürftig“ und „gescheitert“.

Das Ergebnis: Keiner der Fastfood-Riesen konnte einen besseren Score als „Dürftig“ erreichen. Besonders schlecht schloss Domino's mit der Note „gescheitert“ ab.

worldanimalprotection.org Foto: worldanimalprotection.org

Was die Wissenschaftler außerdem feststellten

Keines der Unternehmen hat eine effektiv umgesetzte Strategie, die sich dem Wohlergehen der Hühner verpflichtet. Die Fast-Food-Unternehmen haben zwar damit begonnen, die Haltung von Hühnern zu verbessern, aber sie sind nicht weit genug. Außerdem ist unklar, ob die Verpflichtungen der Unternehmen zur Verbesserung des Wohlergehens von Hühnern in konkrete Ziele umgesetzt werden. Und: Es gibt nur begrenzte Informationen darüber, wie diese Unternehmen ihre Beziehung zu ihrem Tierschutz ausüben.

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Die Kritikliste der Tierschutzorganisation liest sich wie ein Horror-Verzeichnis: WAP wirft den Fast-Food-Unternehmen in seinem Bericht vor, dass sie brutale Methoden verwenden, die Hühnchen in einer langweiligen Umgebung aufwachsen und viel zu schnell schlachtreif gezüchtet werden. Dabei wird ihre Brust irgendwann so schwer, dass ihre Beine nachgeben.

Massentierhaltung ist nicht nur im Falle der Fastfood-Industrie schrecklich

Weltweit leben 40 Milliarden Hühner in überfüllten Fabrikbetrieben. In einer Masthalle sind in vielen Fällen bis zu 40.000 Tiere untergebracht. Bricht man es weiter herunter, wird es noch ungemütlicher. Einem Quadratmeter teilen sich im Durchschnitt 26 Hühner. Bedeutet: Ein Huhn hat weniger als ein DIN-A5-Blatt Platz.

Laut einem Gutachten des wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik deim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist die Maximalbesatzdichte in großen Betrieben kaum direkt überprüfbar.

Quelle: Noizz.de