Vegetarische Bolognese ist ein Widerspruch in sich.

Ich esse zu viel Fleisch. Das gebe ich offen zu. Mir schmeckt ein saftiges Steak einfach richtig gut und ich werde satt. Gerade bei uns in der Kantine ist das leider bei den vegetarischen Gerichten nicht der Fall. Was mich bei den fleischlosen Alternativen aber am meisten stört, ist dass sie häufig unter Fleisch-Namen angeboten werden. Gestern gab es vegetarische Bolognese, für morgen steht Tofu-Schnitzel auf dem Speiseplan.

Echt jetzt? Diese Bezeichnung ist doch ein klarer Widerspruch in sich. Wie kann denn etwas, was per Definition Fleisch enthält, als fleischlos verkauft werden? Jeder soll das essen, von dem er überzeugt ist. Aber liebe Vegetarier, dann legt doch wenigstens etwas Kreativität an den Tag. Denkt euch einen schnieken neuen Namen aus. „Vegetarische Bolognese“ ist Tomatensoße mit Sojagranulat.

Klingt nicht so sexy. Tja, in den sauren Apfel gilt es dann mal zu beißen. Das macht ihr doch eh gerne. Was ein Wortspiel… Dass vegetarische Wurst den Wechsel vom Fleischfresser zum Pflanzenfreund vereinfachen soll, mag so sein. Doch mal ehrlich. Wer mit der Fleischproduktion – aus nachvollziehbaren Gründen – ein Problem hat, sollte sich auch dazu durchringen können, auf den Geschmack von Fleisch zu verzichten.

Alles andere ist einfach inkonsequent, so wie zu sagen: „Ich verachte R. Kelly als Mensch, aber seine Musik höre ich mir trotzdem gerne an.“ Der Umwelt zuliebe lasse ich zumindest morgens Fleischprodukte weg. Jeder Anfang ist klein… Statt Salami brauche ich aber keine Tofu-„Wurst“, sondern dann kommt halt Frischkäse und Kräuterbutter auf den Bagel.

Dass sich die Produkte optisch ähneln, finde ich eher unglücklich. Wenn ich eine vegetarische „Frikadelle“ esse, geht die Welt nicht unter. Wenn, dann würde ich mich aber gerne aktiv dafür entscheiden und mich nicht vergreifen. Dieser Text soll kein Vegetarier- und Veganer-Bashing sein. Es gibt viele leckere, fleischlose Gerichte. Aber Chili sin carne ist nun einmal Chili sin carne und nicht vegetarisches Chili con carne. Hört auf, für jedes Fleischprodukt ein vegetarisches Pendant zu entwickeln. Das ist nicht hip, sondern einfach einfallslos.

Quelle: Noizz.de