Wir haben den KFC-Deutschland-Chef gefragt, warum man als Veganer bei KCF essen sollte.

Ganz freudig haben wir uns am Donnerstag auf den Weg zum Alexanderplatz gemacht, KFC hat uns zu einem "Brunch" eingeladen, bei dem wir den neuen veganen Chickenburger der amerikanischen Fast-Food-Kette einen Tag vor dem offiziellen Release, am 17. Januar 2020, probieren durften.

Der vegane Burger mit dem Namen Kentucky Fried Vegan kostet einzeln 3,99 Euro und im Menü 6,99 Euro. Wir gönnen uns ein Menü mit Pommes und Maiskolben, "alles separat zubereitet und garantiert vegan", wird uns gesagt – finden wir mega. Doch wir interessieren uns nicht für Pommes und Mais, sondern für das frittierte Hähnchenfilet auf Basis von Mycoprotein, also Eiweiß aus einem natürlich vorkommenden, fermentierten Pilz. Das vegane Hähnchen ist in die traditionelle Panade von KFC gehüllt, deren Gewürzmischung von Colonel Harland David Sanders höchst selbst erfunden wurde.

So realistisch sieht das vegane Fried Chicken aus Foto: Noizz.de

Die knusprige Panade überzeugt NOIZZ-Autorin Alisha gleich beim ersten Bissen. Das Filet selbst wirkt etwas weicher, als man es von normaler Hähnchenbrust gewohnt ist. Besonders die vegane Mayo schmeckt auch unsere Redakteurin Juliane, die "eigentlich Mayo gar nicht so gerne mag". "Die Mayonnaise wurde extra in Deutschland entwickelt, mit Kartoffelstärke, statt Ei. Sie ist auch besser als die, die KFC in England verwendet", verrät uns Marco Schepers, der Chef von KFC-Deutschland. Das Filet wurde zusammen mit der Firma Quorn eigens für den Großkonzern entwickelt, der sein Geld vorwiegend mit dem massenhaften Frittieren von Hühnchen macht.

Warum sollte man als Veganer gerade zu Kentucky Fried Chicken gehen?

Das fragen wir Marco, während wir die letzten Bissen unseres Burgers in den Mund schieben. "Kritiker sollen alle kommen, denn wenn alle kommen, dann werden wir mehr und mehr vegane Produkte bei KFC haben. Dann haben alle Leute, die zu KFC gehen, die Möglichkeit gute vegane Produkte zu essen", findet er. Je mehr vegane Chickenburger gegessen werden, desto mehr rein pflanzliche Gerichte werden auch bei Fast-Food-Läden auf der Karte stehen, so seine Theorie. Ob man damit leben kann, dass KFC sein Geld (noch) mit Fleisch macht, das muss dann wohl jeder Veggie selbst entscheiden.

Auch Burger King ist in den USA auf den Zug aufgesprungen und hat einen veganen Beef Burger im Programm, der wird allerdings mit den anderen Patties aus Fleisch auf demselben Grill zubereitet. Bei KFC müssen sich Veganer und Vegetarier über so etwas keine Gedanken machen. "Wir haben eine eigene Fritteuse, in der die Pommes zubereitet werden und das Filet gemacht wird. Das wird klar getrennt", versichert uns der KFC Deutschland Chef.

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Doch zurück zum Geschmack des KFV Burgers

Mit jedem Bissen schmeckt der Burger ein bisschen besser. Es ist genug Mayo drauf, die Panade ist würzig und knusprig, statt fade und labbrig. Das Patty könnte aber schon ein bisschen größer sein. Wer gerne mal zu einem Burger auf Hähnchenbasis greift, ist bei KFC echt gut aufgehoben. Das Fried Chicken aus Pilzprotein schmeckt zwar nicht haargenau nach echtem Fleisch, doch das muss auch gar nicht. Marco erklärt, wieso: "Das Ziel war jetzt nicht, dass es genau nach Fleisch schmeckt, sondern nach KFC."

Zwischen 17. Januar und 10. Februar gibt es den veganen Chickenburger testweise im KFC am Alexanderplatz in Berlin. Doch mit "99,9-prozentiger Sicherheit werden wir das Mitte des Jahres auch deutschlandweit ausrollen", verrät uns der KFC-Chef.

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Quelle: Noizz.de