Wieso sollte eine Karen für ihr Verhalten auch noch mit Pizza for free belohnt werden? Nun gut, die Werbe-Aktion der Pizzalieferkette Domino's in Neuseeland war eigentlich etwas anders gemeint – lief dann aber ganz schön aus dem Ruder ...

Gute und auch noch witzige Werbung für sein Unternehmen zu machen, ist gar nicht so einfach. Die Erfahrung musste nun auch Pizzalieferant Domino's durchmachen. Für seine Filialen in Neuseeland hatte man sich nämlich eigentlich etwas ziemlich Pfiffiges einfallen lassen – dachten zumindest die Dudes in der Marketingabteilung. Doch die Promoaktion ging voll daneben – und resultierte in einen waschechten Shitstorm.

>> Wer ist eigentlich diese "Karen" und warum will sie mit dem Manager sprechen?

"Calling all (nice) Karens" – so hieß die eigentlich lustig gemeinte Werbeaktion. Jede Frau mit dem Vornamen Karen bekäme eine Gratis-Pizza, versprach die Werbung. Quasi als Ausgleich dafür, dass man in diesen Zeiten die Bürde dieses Vornamens tragen müssen. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Eine Karen meint im Netz gemeinhin eine ziemlich stereotype, meistens mittelalte Frau, die ziemlich rassistische und einfältige Meinungen gegenüber jeglichen Minderheiten äußert – und so was wie einen Mund-Nasen-Schutz schon mal gar nicht trägt.

Gratis-Pizza für Karens wurde zum Fiasko

Kein Wunder also, dass die Werbeaktion nicht bei allen gut ankam. Der Protest ging sogar so weit, dass Domino's in Neuseeland sich gezwungen sah, die Kampagne zu beenden in Australien läuft sie aber noch. Der Post rief alle netten, Mund-Nasenschutz-Masken-tragenden Karens dazu auf, in 250 Wörtern zu erklären, wieso sie eben eine nette Karen sind. Zur Belohnung gab es eine Pizza für umme.

Laut eigenen Angaben wollte Domino's so allen Frauen, die wirklich Karen heißen, ein bisschen Würde zurückgeben. In den sozialen Medien reagierten viele mit wenig Verständnis. Die Aktion seie einfältig und spiegele genau das wider, wie eine Karen sich verhalte: Sie ist sich nicht ihren Privilegien bewusst. Domino's solle Gratispizza lieber an die liefern, die wirklich hungern müssten.

>> Rassistische Karens müssen sich warm anziehen: Das "CAREN"-Gesetz ist in Planung

Die Aktion wurde in Neuseeland beendet

Auf Facebook entschuldigte sich das Unternehmen für die Aktion mit einem ausführlichen Statement und erklärte noch einmal seine eigentliche Intention. Man sei sich aber bewusst, dass es in Zeiten der Covid-19-Pandemie unangemessen rüber kam. Deswegen habe man die Aktion in Neuseeland beendet.

Der "Karen"-Begriff ist indes umstritten. Neben der Tatsache, dass damit viele Frauen diffamiert werden, die wirklich diesen Vornamen tragen, sei er auch frauenfeindlich.

>> "Schwules, homosexuelles Stück Scheiße": Vorzeige-Karen beleidigt "Black Lives Matter"-Demonstranten

Quelle: Noizz.de