... trotz Handyverbot!

Wenn dir der Knast zwei Scheiben Käse, ein trockenes Brötchen und das Endstück einer Möhre gibt – mach was draus. Nur was, das ist die Frage. Kochen und schneiden ist im Gefängnis nicht möglich. Einfach runter damit und den Hunger stillen? Klappt eher weniger, die Portion ähnelt dem Brotboxinhalt eines Kleinkindes. Also machst du ein Foto von dem Essen, twitterst es, und machst auf dein Problem aufmerksam. Genau das hat jetzt ein Knastinsasse aus der JVA Berlin gemacht – trotz Handyverbot. Die Justiz ist genervt.

"Gefängniscuisine" heißt der Account, auf dem seit Anfang August das Knastessen fotografiert und gepostet wird. Dabei wird ironisch nach Rezeptideen gefragt. Wer sich hinter dem User verbirgt, scheint bisher nicht geklärt. Nach Angaben der Twitter-Biografie und den Retweets handelt es sich wohl um einen Insassen der Justizvollzugsanstalt Heidering. Er macht auf die kritischen Zustände im Knast aufmerksam und fordert dazu auf, Bilder von den Mahlzeiten anderer Haftanstalten zu posten. "Unser Thema ist die Ernährung in Gefängnissen", heißt es in einem Tweet.

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Justiz scheint von heimlicher Handynutzung sichtlich genervt

Wer durch die Bilder scrollt, merkt schnell: Die Gerichte sehen nicht nur scheiße aus, sie sind für einen großgewachsenen Mann auch zu klein. Die Frage, inwiefern ein Knastinsasse Anspruch auf geiles Essen hat, sei dahingestellt. Der Mann hinter dem Account scheint aber keine großen Ansprüche zu haben: Er möchte keine Gerichte aus der Sterneküche serviert bekommen – sondern sich gesünder ernähren und nicht hungern. Dass das sein gutes Recht ist, finden auch andere Twitter-User. "Gefängniscuisine" hat mittlerweile über 4.500 Follower. Kein Wunder, dass nun auch Medien auf den Account aufmerksam werden – zum Ärger der Justiz.

Wenn Gefangene Handys haben, verliert die Justiz die Kontrolle. Das ist grundsätzlich schlecht, kann im Ausnahmefall aber auch etwas bewirken. Insassen können so auf Probleme im Knast aufmerksam machen. Nach Aussagen von Behörden-Sprecher Sebastian Brux werden Handys immer eingezogen, komplett verhindern könne man sie aber nicht. Nach Aussagen der "Berliner Morgenpost" scheint er über den Fall sichtlich verärgert.

Und so sieht das Essen in der JVA Berlin aus:

Quelle: Noizz.de