Essen wir bald alle künstliches Fleisch?

Isabell Finzel

Politik, News, Lifestyle
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Halo, I bims. 1 Steak!
Halo, I bims. 1 Steak! Foto: Pixabay.com / elkimmelito / Noizz.de

Es soll genauso schmecken wie herkömmliches Fleisch.

„Du isst gerne Hühnchen, stimmts? Aber dieses Huhn ist süß, stimmts? Wie würde es dir gefallen, wenn es nicht sterben muss? Herzlichen Glückwunsch, es muss nicht sterben!“ – Das ist der Anfang eines Youtube-Videos des israelischen Unternehmens „SuperMeat“. Das klingt fast wie aus einem Hollywood-Film: Ich soll echtes Fleisch essen können, ohne dass ein Tier dafür stirbt?

Ja – das geht! SuperMeat züchtet Fleisch in der Petrischale. Auch wir könnten bald künstliche Steaks in unseren Supermärkten haben.

Wie funktioniert das?

Den Tieren werden Stammzellen entnommen und im Labor vermehrt. Die Wissenschaftler behandeln die Zellen anschließend so, dass Muskelfleisch wächst. Das Verfahren ist schon seit den 70er Jahren bekannt. In der Medizin wird es angewendet, um Hautgewebe für Schwerverletzte künstlich wachsen zu lassen.

Was verspricht SuperMeat?

Das Unternehmen behauptet, die Herstellungsweise sei umweltfreundlicher als herkömmliche Massenproduktion. Sie benötige kein Land für die Viehzucht und produziere 90 Prozent weniger Treibhausgase. Außerdem sei das Fleisch gesünder.

Brathähnchen Foto: unsplash.com / Gabriel Garcia Marengo / Noizz.de

Wann kommt solches Fleisch in deutsche Supermärkte?

Das Unternehmen Wiesenhof, das zur PHW-Gruppe gehört, gab auf seiner Internetseite bekannt, dass es sich an „SuperMeat“ beteilige. "Wir sehen unseren Einstieg hier weniger als rein finanzielles Investment, sondern vielmehr als den Beginn einer strategischen Partnerschaft", sagt PHW-Vorstandschef Peter Wesjohann. Das israelische Unternehmen gab bekannt, dass es noch drei bis fünf Jahre brauche um künstliches Huhn marktreif zu produzieren, wie das Handelsblatt berichtet.

Wie viel kostet das Fleisch aus der Petrischale?

Laut dem Youtube-Video von SuperMeat sei das künstlich erzeugte Fleisch günstiger als Fleisch aus der Massenproduktion. Denn: Es müssten keine Tiere großgezogen und gefüttert werden. Der Gentechnikexperte Christoph Then hingegen sagte dem Hamburger Abendblatt: "Was man bisher produzieren kann, ist teuer und ergibt nur kleine Mengen. Das kann kein Ersatz sein für die Masse an herkömmlich produziertem Fleisch."

Quelle: Noizz.de

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