Macht dem Kokos-Unsinn ein Ende!

Es gab mal eine Zeit, 2007, da war die Kokosnuss wohl nur ein extravagantes Obst aus der Karibik. Zumindest fragte im Sommer jenes Jahres eine Person bei GuteFrage.net verzweifelt, was sie denn nur mit so einer ganzen Kokosnuss anfangen solle.

Die Antwort: Aufklopfen und Essen. Hätte sie dasselbe heute, 10 Jahre später, gefragt – es wären so viel mehr und fantasievollere Vorschläge gekommen!

Beispiele gefällig? Kokosöl als Augen-Make-up-Entferner. Kokosmilch als Sahneersatz. Kokoswasser als Wasserersatz. Kokosfett als Bodylotion – oder als Bratöl. Die Kokosnuss ist heute nicht nur Basis beim Kochen und Backen, sondern auch im Kosmetikschrank. Nichts ist so gesund und gleichzeitig so vielseitig wie Kokosöl. Das wird zumindest behauptet.

Liebe Glamour, Instyle, Brigitte und alle anderen: Ich kann es nicht mehr hören! Ok, ja, offensichtlich kann ich Kokosöl für meine trockenen Beine verwenden und zum Braten. Klasse. Aber warum sollte ich? Immerhin gibt es doch sehr gute Bodylotions, bei denen meine Beine nicht nach drei Stunden noch glänzen. Ich besitze auch Butter – die eignet sich genauso gut zum Braten wie das Öl.

Bevor hier jetzt die Gesundheits-Diskussion aufkommt, dass Kokos viel gesünder ist: Das ist Bullshit! Denn in dem Kokosöl und -fett sind, genau wie in Butter, ungesättigte Fettsäuren. Das tolle Kokosmehl hat mehr Ballaststoffe als das normale von Aldi, das schon Omi verwendet hat. Und Kokoswasser hat auch keine bessere Wirkung als Apfelschorle (nein, ich spreche nicht von der Lift, sondern von echtem Apfelsaft).

Ich streite ja gar nicht ab, das Kokosöl in der Kosmetik gut funktionieren kann. Und es ist mit Sicherheit praktisch, wenn ein Produkt sowohl Peeling, als auch Conditioner und Rasierschaum ist. Doch ich habe das Gefühl, dass das allein für einen Hype nicht ausreichen sollte. Kokos hin, Kokos her: für all diese Verwendungen gibt es Produkte, die ihre Aufgabe noch besser erfüllen.

Viele Leute argumentieren auch für Kokos, weil es angeblich so viel ökologischer sei, als 20 verschiedene Plastik-Verpackungen mit Chemie-Inhalt zu kaufen. Hahaha, sage ich da nur. Denn die Kokosnuss wächst leider nicht vor unserer Tür, sondern in der Karibik.

Dementsprechend knackig für den eigenen ökologischen Fußabdruck ist der Kauf von Kokosfett. Also vielleicht doch lieber ein gutes Öko-Shampoo von Alverde, statt wieder Kokosfett.

Im Prinzip gilt für alle Kokos-Produkte: Kauft sie, backt damit, schmiert sie euch in die Haare und Ohren – vollkommen egal. Aber bitte kauft in Maßen. Dann schmeckt die Piña Colada auch gleich viel besser.

Quelle: Noizz.de