Die größte Werbelüge 2018 kommt von Coca-Cola

Luisa Hemmerling

Musik, Kultur, Interviews
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„Foodwatch“ stellte Vertreter von Coca-Cola zur Rede. Foto: Jörg Carstensen / dpa

Dichte Nachfolger: Heinz, Edeka und ein Corny-Riegel.

Jedes Jahr verleiht der selbsternannte Essensretter „Foodwatch“ den Preis des Goldenen Windbeutels an die dreisteste Werbelüge des Jahres. Foodwatch nennt es wohl zurecht den „Preis, den niemand haben will“.

Entmutigen tut das die Organisation jedoch in keinem Fall. Fast 70.000 Leute folgten der Aufforderung des Unternehmens, unter fünf Produkten die größte Werbelüge zu wählen. Der Preis ging schlussendlich an das „Smartwater“ von Coca-Cola.

Das Smartwater ist Wasser, das in einem Destillierverfahren seine natürlichen Mineralien verliert. Diese Mineralien werden dann im Nachhinein wieder künstlich hinzugefügt. Das ist laut Foodwatch ein „ernährungsphysiologisch völlig unnützer Trick“. Ein Trick, für den die Verbraucher mit 1.65 Euro/Liter teuer bezahlen.

Coca-Cola lehnte den Preis entschieden ab. Ein Vertreter der Firma stempelte die Kritik als „nicht gerechtfertigt“ ab und erklärte, dass Transparenz Coca-Cola sehr wichtig sei. Das Etikett gäbe alle wichtigen Informationen an, und schlussendlich würden die Verbraucher selber entscheiden, „ob sie ein Produkt kaufen möchten oder nicht“.

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Mitstreiter des Preises waren auch das „Kids Tomato Ketchup“ von Heinz, der Müsliriegel „Corny Milch“ von Schwartau, das „Bratöl Olive“ von Dennree, und der Erbseneintopf aus der Dose von der Edeka-Marke „Gut und Günstig“.

Bei dem Tomaten-Ketchup für Kids handelte es sich um dieselbe Rezeptur wie die des normalen Ketchups, dabei kostete das Ketchup mit dem „Kids“-Branding bis zu 40 Prozent mehr. Der Müsliriegel von Corny bestand zur Hälfte aus Zucker und Fett, das „Bratöl Olive“ zu 49 Prozent aus Sonnenblumenöl, und der Erbseneintopf „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe oder Farbstoffe“ hatte in Wirklichkeit trotzdem zehn Zusatzstoffe enthalten.

Die Produkte konnten die Verbraucher über die Webseite schummelmelder.de nominieren. Das Ziel der Preisvergabe ist, auf leere Werbeversprechen aufmerksam zu machen, und den Verbraucher bewusst von dem zu machen, was er/sie konsumiert.

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Quelle: Noizz.de

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