Das Verkehrsministerium hat entschieden: Das Bordbistro der Deutschen Bahn ist ein Staatsgeheimnis. Deshalb müssen investigative Fragen von Journalist*innen auch nicht beantwortet werden.

Beim Thema "Deutsche Bahn" kommen uns jetzt eher unzählige Verspätungen und vollgequetschte Züge in den Sinn. Warum sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst ausgerechnet mit den Bordbistros beschäftigt, können wir jetzt nicht so richtig nachvollziehen. Vielleicht war er wirklich oft hungrig im ICE unterwegs. Jedenfalls wollte er der Ansage "Dieser ICE verkehrt heute ohne Bordbistro" unbedingt nachgehen.

Bordbistros der Deutschen Bahn: Häufigkeit und Finanzen

Herbst wollte vom Verkehrsministerium wissen, wie sich das bei der Deutschen Bahn so verhielt zwischen 2016 bis 2020: Wie viele gefahrene Kilometer legte die Bahn ohne Herbsts geliebte Bistros zurück? Wie oft mussten die Passagiere der Bahn schon ohne kulinarische Glanzleistungen wie etwa dem "Rindergulasch nach ungarischer Art" für 12,90 Euro auskommen? Wo wir bei Preisen sind: Herbst interessierte sich auch dafür, wie viel Geld die DB mit ihrem Gastrobetrieb eigentlich so verdient hat.

Es gibt Fragen unserer Zeit, da denkt man sich: Whatever! Für manche mag das mit dem Bistro aber eine hinreissend spannende Frage sein! Plottwist: An dieser ganzen Angelegenheit ist das wohl Spannendste die Antwort. Nämlich: Gar keine!

Anders als diese Bistro-Mitarbeiterin haben die Passagiere, die ohne Bordbistro reisen, nichts zu lachen. Auch nicht lustig: Beim Verkehrsministerium nach konkreten Bordbistro-Zahlen fragen.

Verkehrsministerium antwortet nicht, weil: Staatsgeheimnis

Wie die "WELT" berichtet, bekam der FDP-Herbst eine unbefriedigende Antwort aufgetischt. Enak Ferlemann, Staatssekretär im Verkehrsministerium, lehnt die Auskunft ab. Seine Erklärung: Der Betrieb der Deutschen Bahn ist Staatsgeheimnis. Die Infos, die Herbst gerne gehabt hätte, sind "verfassungsrechtlich geschützte Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der betroffenen Unternehmen".

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Außerdem, so heißt es, würden die Einnahmen auch das Staatsvermögen betreffen. Ferlemann findet außerdem, dass durch das Offenlegen der Bistroaktivitäten, eventuelle Wettbewerbsnachteile für die Deutsche Bahn entstehen könnten. Gut, muss man sich wohl mit abfinden. Was ist denn aber mit dem Bullshit-Bingo bei Verspätungen? Kann uns da mal jemand drüber aufklären? Sind es etwa wirklich "Betriebsstörungen" die Züge aufhalten? Oder steckt da was anderes, viel größeres dahinter? Gibt es da eine Verschwörung? Hat Trump was damit zu tun? Wo sind eigentlich unsere beliebtesten Hobby-Aluhütler Hildmann und Naidoo, wenn man sie mal braucht?!

sis

Quelle: Noizz.de