Anlass der Aktion war der internationale Weltfrauentag.

Kurz vorm internationalen Frauentag letztes Jahr, hat die schottische Brauerei BrewDog ihr "Punk" India Pale Ale in "Pink" India Pale Ale umbenannt und das Etikett farblich angepasst. Das Bier blieb exakt gleich. Was auf den ersten Blick nach klassischer, sexistischer Werbung klingt, war beabsichtigt: "Weil Frauen nur Pink und Glitzer mögen, richtig? #Sarkasmus", schreibt das Unternehmen auf Twitter.

Die Brauerei wollte vor allem auf die Lohnunterschiede der Geschlechter aufmerksam machen und hat zusätzlich noch eine Aktion gestartet, dass "Menschen, die sich als Frau definieren" 20 Prozent weniger für ihr Bier bezahlen als Männer: "Männer? Ihr bezahlt den vollen Preis. Die Wirklichkeit ist nun mal so hart", schreibt BrewDog auf ihrer Website.

Dem 27-jährigen Thomas Bower hat die Marketing-Strategie so gefallen, dass er in Wales in einer der BrewDog-Bars gegangen ist und versucht hat, das pinke Bier zu kaufen, was nur 4,50 Euro statt 5,50 Euro kostet. Der Barmann hat nicht nachgegeben und Bower stattdessen das normale Bier angeboten. "Nach einer Diskussion mit dem Barmann, habe ich mich dazu gedrängt gefühlt, mich als weiblich zu identifizieren, damit ich den günstigeren Preis bezahlen kann", erzählt Bower der "WalesOnline". Auf seine Beschwerde antwortete BrewDog nur, dass es sich nicht um Diskriminierung handle, weil es Teil der Kampagne sei.

Zufrieden war Bower mit der Antwort nicht, sondern hat sich weiterhin als Opfer von sexueller Diskriminierung gefühlt – so sehr, dass er mit dem Fall vor Gericht gezogen ist. Am Ende hat der zuständige Richter ihm zugestimmt und bestätigt, dass Bower wegen seines Geschlechts diskriminiert wurde und die Situation für ihn demütigend war. Als Entschädigung wurden ihm 1.100 Euro gezahlt, die er allerdings spenden möchte.

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Quelle: Noizz.de