Lohnt sich der Gang zum Fast-Food-Riesen?

Am vergangenen Montag hat McDonald's seinen allerersten veganen Burger auf den Markt gebracht. Gemeinsam mit dem Hersteller Garden Gourmet hat der Fast-Food-Riese einen Burger entworfen, der veganen Kunden die eklig-mit-McDonald's-vollfressen-Experience ermöglichen soll. Die NOIZZ-Autorinnen Lisa, Genna und Juliane haben den Big Vegan TS zum Verkaufsstart getestet und abgecheckt, was der Burger so kann.

3,89 Euro kostet der Burger mit dem Incredible Patty von Garden Gourmet, den es für alle Hobbyköche mittlerweile auch im Einzelhandel zu kaufen gibt. Der würzige Bratling aus Soja und Weizeneiweiß ruht auf dem charakteristischem McDonald's Burger-Brötchen mit hellem Sesam, als wir die charakteristische Kartonschachtel öffnen. Die Zutaten des Big Vegan TS sind nicht gerade aufsehenerregend: Brötchen, Patty, Ketchup, Tomate, Senfsoße, Salat, Zwiebeln und Gewürzgurken. Vegane Mayo oder eine andere Spezialsoße gibt es für Kunden, die sich rein pflanzlich ernähren nicht. Unsere Erwartungen sind dementsprechend niedrig.

>> Wir haben den Incredible Patty schon getestet

Das sagt Veganerin Lisa:

Ein Stockfoto von einem Burger! Ein stabiler Bun, der nicht so dünn-matschig daher kommt wie die der gängigen Hamburger. McDonald’s hat sich in Sachen Optik echt Mühe gegeben: Der Big Vegan TS sieht (fast) genauso formvollendet aus, wie in der Werbung. Mehr als TS, das steht für Tomate und Salat, kommt innerhalb dieser perfekten Brötchenhälften allerdings nicht rum – worüber man sich natürlich nicht beschweren darf, mehr wurde ja auch nicht versprochen. Für Vegan-Burger-Liebhaber ist die gefühlte Leere zwischen dem Brot dann vielleicht aber doch ein wenig enttäuschend. Schließlich ist der gemeine Fleischlos-Burger-Esser an Träume aus Avocado-Creme, X Lagen Gemüse und verschiedenste Saucen gewöhnt.

Aber zurück zum Big Vegan TS und dem eigentlich wichtigen Teil: dem Nicht-Fleisch. Das Patty kann was. Nach über fünf Jahren veganer Ernährung war meine Zunge lange nicht mehr so dicht an einer Textur, die echtem Fleisch so nahekommt: geriffelte Oberfläche, geriffelte Innenfläche, gut gewürzt, keine Spur von Süßkartoffel-Geschmack. Alles in allem ist der Big Vegan TS eine geile Alternative für Veganer, wenn endlich mal wieder im größten Fastfood-Riesen der Welt gegönnt werden soll.

Das sagt Fleischesserin Genna:

Ich ernähre mich nicht komplett vegan, esse aber gerade bei Burgern gerne mal die vegetarische oder vegane Alternative, weil die mir besser bekommt. Die veganen Burger-Pattys schmecken immer stark nach dem Gemüse, das drin steckt: Erbse, Rote Beete, Süßkartoffel etc. Wenn man da Bock drauf hat, ist das geil. Jeder Bissen schmeckt halt auch nach was Gehaltvollem und Gesundem. Manchmal will ich aber einfach Fast Food. Und das ist für mich der größte Vorteil von dem Big Vegan – der schmeckt nach Fast Food. Ich schmecke kein Gemüse raus, nur einen leckeren, würzigen Burger, dessen Fleisch mir am Ende nicht schwer im Magen liegt.

Das sagt Veganerin Juliane:

Der erste Bissen erinnert definitiv an die guten alten Zeiten, in denen McDonald's Burger noch regelmäßig in meinen besoffenen Körper gewandert sind. Das Brötchen ist noch immer so fluffig und ungesund, wie ich es in Erinnerung habe, und auch der Fake-Meat-Bratling überzeugt. Er schmeckt würzig und ist richtig zart. Insgesamt ist der Burger allerdings etwas trocken. Kein Wunder, ist ja auch kein (veganer) Käse, oder ordentlich Mayo, am Start. Der Big Vegan TS ist gut, stabil, eigentlich ganz geil. Wässrige Augen und Freudentränen bleiben allerdings aus.

Es ist toll, dass McDonald's eine Alternative für Vegetarier und Veganer anbietet. Egal ob man sich den Big Vegan TS nach einer Partynacht oder auf dem Weg in den Italienurlaub reinzieht, er ergänzt das vegane Tablett mit Pommes und Apfeltasche gut. Ob man als Berliner Veganer nun wirklich für den Genuss des Aktionsproduktes zu McDonald's pilgern würde, ist dagegen zu bezweifeln. Doch gerade in ländlichen Gegenden, in denen es kaum Burger-Läden mit veganen Optionen gibt, ist der Big Vegan TS definitiv eine Bereicherung.

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Quelle: Noizz.de