Weihnachten, das Fest, das keine Klimakrise kennt.

Weihnachten, das Fest der Frage, wie viel deftigen Braten man in seinen Mund und Magen gestopft bekommt, ohne genau jenen Braten wieder aus Magen und Mund zurückzubefördern. Weihnachten, die besinnlichste Zeit des Jahres, in der das Wort "Foodkoma" so unbeschwert – fast heiter – über die Lippen der festlich Feiernden huscht, dass man meinen könnte, der Vater selbst habe veranschlagt, den Dezember als heiligen Fressmarathon zu gestalten.

Gans, Kaninchen, Reh, Ente, Wildschwein, Stopfleber, oder doch die Bratwurst? Die Palette unserer traditionellen Weihnachtsgerichte ist bunt und insofern vielfältig, als dass mit verschiedensten Tieren gearbeitet wird, die die göttliche Trinität des Alltags, bestehend aus Kuh-Schwein-Hühnchen, durchbrechen. Ein paar Wochen Verschnaufpause für unser gewöhnliches "Chicken", für endlose Gänse und Enten hingegen der Eintritt in die Himmelspforte: Advent.

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Während immer mehr Menschen ihren Alltag als Veganer und Vegetarier verbringen – das zeigen die alljährlichen Statistiken zu Schlachtungen in Deutschland der "Albert-Schweizer-Stiftung" – gilt am Heiligen Abend und seinen Folgetagen für viele eine Grauzone, in der auch ein ambitioniert zubereiteter veganer Fleischersatz unweigerlich zur Deko degradiert wird. Was denkt ihr, aßen Deutsche 2018 an Weihnachten?

"Statista" weiß es: Fleisch, Fleisch, Fleisch.

Platz 1: Würstchen und Kartoffelsalat (36%)

Platz 2: Geflügel (Gans und Ente) (27%)

Platz 3: Raclette (14%)

Platz 4: Schwein (14%)

Platz 5: Rind (10%)

Platz 6: Fondue (10%)

Platz 7: Fisch (10%)

Platz 8: Wild (7%)

Platz 9: Vegetarisches (6%)

Platz 10: Sonstiges (14%)

Tja, sechs Prozent vegetarisch, he? Das sind bei circa 82 Millionen Menschen in Deutschland knapp fünf Millionen Menschen. Nach diversen Statistiken, zum Beispiel von "proveg.com", leben in Deutschland eigentlich über acht Millionen Vegetarier und noch einmal über eine Million Veganer. Natürlich sind diese Statistiken Schätzungen und damit ein bisschen ungenau. Aber so groß werden die Schwankungen wohl nicht sein, dass man nicht Folgendes sagen könnte:

Weihnachten ist uns Deutschen so heilig wie die Bratwurst, und das auch für viele, die die restliche Zeit des Jahres zwischen Tofu, Seitan und veganem Grillkäse changieren und dabei ihren ökologischen Fußabdruck auf einem Silbertablett in die Höhe halten.

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Quelle: Noizz.de