Die Stadt Rostock verteidigt nun die tödlichen Schüsse.

Am vergangenen Mittwoch büchsten zwei Zebras aus dem Zirkus "Barlay" in Mecklenburg-Vorpommern aus. Bei ihrer Flucht lief eines der Zebras auch über eine Autobahn, wodurch es einen Autounfall auslöste. Die Autobahn musste gesperrt werden, und das Zebra demolierte beim Entkommen einen Streifenwagen, lief über die Motorhaube eines Autos und verletzte einen Polizisten.

Später wurde es auf einem Acker entdeckt. Doch nachdem weder der Zirkusdompteur noch die Tiernotrettung das Tier unter Kontrolle bekommen konnten, wurde es erschossen. Das zweite Zebra wurde eingefangen und zurück in den Zirkus gebracht.

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Jetzt verteidigt Rostock die tödlichen Schüsse auf das entlaufene Zirkus-Zebra Pumba. Stadtsprecher Ulrich Kunze sagte am Freitag, der Zirkus sei seiner Verantwortung nicht gerecht geworden. "Deshalb mussten wir zum Schutz der Allgemeinheit schnell handeln." Das Tier sei 60 Meter von den Rettern entfernt gewesen, Betäubungsgewehre träfen aber nur auf 40 Meter.

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Eine Anwohnerin hatte hingegen der Deutschen Presse-Agentur unmittelbar nach dem Vorfall in Liepen nahe Rostock gesagt, dass die Feuerwehrleute bei der Abgabe der zwei tödlichen Schüsse etwa zehn Meter von dem Zebra entfernt gewesen seien. Zirkusdompteur Angelo Madel hatte betont, es habe keinen Grund für die Schüsse gegeben. Es sei mit der Polizei abgemacht gewesen, das Zebra mit Betäubungsgewehren zu stoppen. Zirkusdirektorin Adriane Ortmann kündigte am Freitag an, den Mitarbeiter der Feuerwehr auf Schadensersatz zu verklagen. "Wir haben bereits einen Anwalt kontaktiert."

Die Polizei Rostock erklärte, es seien keine strafrechtlichen Ermittlungen, insbesondere keine Todesfallermittlungen, aufgenommen worden, da es sich um ein Tier handele. Die Beamten versuchten aber, die Umstände aufzuklären. Auch die Feuerwehr bemühe sich um Aufklärung, teilte eine Sprecherin der Hansestadt Rostock mit.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de