Wen interessieren die Bildrechte eines Makaken?!

Indonesien, 2011. Makake-Affe Naruto bekommt zufällig die Kamera des britischen Fotografen David J. Slater in die Finger. Was dann passiert, hat Geschichte geschrieben: Der Affe schießt mit Slaters Kamera ein Selfie, das Bild geht um die Welt.

Die Geschichte ist witzig, das Foto süß, und wie zu erwarten zeigten es weltweit die Medien. Glückspilz Slater, mit dessen Kamera Naruto sich abgelichtet hatte, verdiente ziemlich viel Kohle mit den Bildrechten.

Den Tierschützern von Peta gefiel das gar nicht. Medienwirksam stänkerten sie gegen Slater, verklagten ihn und verlangten: Nicht er, sondern der Affe solle die Rechte an dem Foto bekommen. WTF?!

Sich für die Rechte von Tieren einzusetzen, ist super. Und es ist nötig. Selbst im fortschrittlichen und zivilisierten Deutschland leben Hühner und Schweine noch immer unter entsetzlichen Bedingungen in Massentierhaltung, werden männliche Küken einfach geschreddert und Hunde, zum Beispiel der Mops oder der Pudel, unter Qualen überzüchtet.

Aber wer zur Hölle hat etwas davon, dass Affe Naruto die Rechte an seinem Selfie hat? Ich denke: Peta. Dem Makaken selbst dürften Bildrechte herzlich egal sein.

Oder was wäre sein Vorteil dadurch? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der Affe mit Fernsehsendern und Zeitungsverlagen in Verhandlungen gegangen wäre und sich mit dem Geld am Ende eine Villa mit Swimmingpool gekauft hätte. Oder mit Blattgold überzogene Bananen.

Warum also der Aufstand?

Die Energie, die für den Selfie-Streit draufgegangen ist, sollte Peta lieber in wirkliche Probleme stecken – nicht in selbstgemachte, wie vermeintliche Urheberrechte eines Affen.

Die Tierschützer und Fotograf Slater haben sich jetzt immerhin geeinigt – auf die einzig vernünftige Lösung: Der Fotograf behält das Recht an Narutos Selfie. 25 Prozent seiner Einnahmen gibt er aber an Organisationen, die sich für die vom Aussterben bedrohten, indonesischen Affen einsetzen.

Peta zieht die Klage nun zurück. Hätten die Tierschützer von Anfang an eine Spende gefordert, meinetwegen auch öffentlich – jeder hätte es verstanden. Einen solchen Quatsch, wie die Bildrechte für einen Affen zu verlangen, ist dagegen einfach nur schwachsinnig.

Quelle: Noizz.de