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Leguane sieht man derzeit nahezu überall in Florida: auf Gehwegen, Promenaden, in Gärten und an Flüssen. Mittlerweile hat die Lage so krasse Ausmaße angenommen, dass die Fisch- und Wildtierschutzbehörde die Bürger aufruft, Maßnahmen gegen die Tiere zu ergreifen.

Leguane seien nicht per Gesetz geschützt, informiert die Behörde. Und weiter: "Hausbesitzer brauchen keine Erlaubnis, um die Leguane zu töten. Wir ermutigen sie dazu, die Leguane auf ihren eigenen Grundstücken wann immer möglich zu töten", heißt es auf der offiziellen Homepage. Wie die Tiere getötet werden sollen, wird offen gelassen.

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Ein Hausbesitzer sagte dem Sender "CNN": "Manchmal finden wir 20 oder 30 Leguane auf einmal in unserem Garten vor. Es sind oft so viele, dass wir die Haustüre gar nicht mehr öffnen können und den Hinterausgang benützen müssen."

Joseph Wasilewski, Wildtier-Experte der University of Florida sagte "ABC News": "Die Leguane zerstören landwirtschaftliche Pflanzungen, untergraben Straßen, lösen Kurzschlüsse in elektronischen Anlagen auf und können Salmonellen übertragen (...)." Zudem pinkeln sie von Dächern, wie Online-Medien berichten. Auf Dächern sitzen die Tiere gerne und sonnen sich.

Leguane ernähren sich vegetarisch, greifen aber auch hin und wieder auf kleinere Tiere wie Schnecken, Raupen und Schmetterlinge zurück. Eigentlich stammen sie aus Süd- und Zentralamerika. Rob Magill, Zoologe beim "Miami-Dade Zoological Park and Gardens" sagte gegenüber "ABC News": "Leguane haben sich in Florida so rasant vermehrt, dass sie nun eine Alltagserscheinung in den Städten und in den ländlichen Gemeinden sind."

Tom Portuallo hat sich mit seiner Kammerjäger-Firma "Iguana Control" auf die Bekämpfung der Echsen spezialisiert. Dieser Sommer ist für ihn und seine 15 Mitarbeiter "der stressigste in 10 Jahren", sagte er gegenüber "ABC News". Bis zu 20 Tiere müssten manchmal von einem Grundstück entfernt werden.

Zoologe Rob Magill schlägt eine Alternative zum Töten der Tiere vor, wie es die Behörden fordern : einfach essen. "In Zentralamerika gilt Leguan als Delikatesse und es gibt dort Farmen, auf denen sie wegen ihres Fleisches gezüchtet werden." Wenn dieser Trend auch nach Florida käme, könnten die Echsen zu Lieferanten für schmackhaftes und preiswertes Protein werden, so der Wissenschaftler. Dies könne auch helfen, die Zahl der Tiere in Florida einzuschränken.

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Bis dahin werden Hausbesitzer in Florida aufgerufen, ihre Gärten möglichst von großen und dichten Büschen zu befreien, in denen Leguane sich gerne verstecken. Erdlöcher sollen zugedeckt werden, damit die Reptilien keine Tunnel graben können. Wer einem Leguan begegnet und sich nicht traut, ihn zu töten, soll ihn mit Wasser besprühen und Experten zu Hilfe rufen.

Ein Leguan-Weibchen kann pro Jahr bis zu 76 Eier legen. Die Tiere erreichen eine Länge von 1,5 Metern und länger. Die wärmer werdenden Temperaturen bieten Leguanen optimale Lebensbedingungen auch in Florida.

Ein besonders kalter Winter vor einigen Jahren hatte zu einem Massensterben bei Floridas Leguanen geführt. Damals machten Bilder die Runde, wie die Echsen tiefgefroren aus den Bäumen fielen. Mittlerweile hat die Population sich mehr als erholt.

Quelle: Noizz.de