Ein Popstar mit so großer Reichweite sollte ein besseres Vorbild sein.

Anfang Oktober lieferte sich Justin Bieber eine Schlammschlacht mit der Tierschutzorganisation PETA. Die waren von dem exotischen Neuzugang im Hause Bieber, den zwei Savannah-Kätzchen Tuna und Sushi, im Gegensatz zu dem Popstar nämlich überhaupt nicht begeistert. Mit dem Kauf der Savannah-Katzen, eine Kreuzung aus Hauskatze und afrikanischer Serval-Wildkatze, befeuere Justin, so PETA, die "gefährliche Nachfrage nach Hybrid-Katzen" und trage zur "Tierüberbevölkerungskrise" bei.

Justin lies sich dadurch aber nicht beirren, sagte der Tierschutzorganisation, sie solle sich mit "echten Problemen" beschäftigen und postet seitdem fleißig Bilder der Tiere auf deren eigenen Instagram-Account (@kittysushiandtuna). Fast eine halbe Millionen Menschen verfolgen dort den Alltag von Tuna und Sushi. Ob ihnen bewusst ist, wie problematisch das Halten von Savannah-Katzen ist? Denn die Einschätzung von PETA, wurde jetzt in einer wissenschaftlichen Studie erneut bestätigt.

Eine große Bedrohung für die Tierwelt

Australische Wissenschaftler um Christopher Dickman von der University of Sydney kommen im Fachblatt "Animals" zu dem Ergebnis, dass Savannah-Katzen eine große Bedrohung für die heimische Tierwelt darstellen. Wie unter anderem die "Berliner Zeitung" berichtet, untersuchten sie in ihrer Studie, wie die Säugetiere des Landes beeinflusst würden, wenn die Hybrid-Katzen dort frei herumliefen. Das Ergebnis ist eindeutig: 91 Prozent der australischen an Land lebenden Säugetiere wären gefährdet. Darunter auch 93 Prozent bereits als bedroht eingestufter Arten. Es sei außerdem anzunehmen, dass zahlreiche weitere Tiergruppen in Gefahr wären.

Die Savannah-Katzen-Nachkommen der ersten Generation können auf bis zu 45 Zentimeter Schulterhöhe wachsen und bis zu elf Kilo schwer werden. Von Generation zu Generation werden sie dann kleiner und leichter. Als Haustiere eignen sich Savannah-Katzen, wenn überhaupt, frühestens ab der fünften Generation nach der Kreuzung. Grundsätzlich muss den Tieren aber viel geboten werden, laut Dickman sind sie aktiv und kletterfreudig, können aus dem Stand zweieinhalb Meter in die Höhe springen.

Australien hat zwei Millionen Katzen zur Jagd freigegeben

In Australien gibt es bereits große Probleme mit verwilderten Hauskatzen: Bis 2020 sollen zwei Millionen der Vierbeiner zum Schutz einheimischer Arten getötet werden. Wie die Studie jetzt belegt, würde der bereits hohe Jagddruck durch die Savannah-Katzen noch verschärft werden. Die australische Regierung beschloss deshalb den Import der Savannah-Katzen zu verbieten. Auch in Deutschland unterliegen die exotischen Katzen der Meldepflicht.

Nach Angaben des Interessenverbandes Savannah-Cats Germany kosten die exotischen Kätzchen mindestens zwischen etwa 1.000 und 15.000 Euro. Je näher die Katze an den wilden Vorfahren ist, desto tiefer muss man in die Tasche greifen. Justin hat für beide Tiere angeblich umgerechnet 32.000 Euro hingelegt. Ob er sich beim Kauf der extremen Auswirkungen bewusst war? Zumindest im Nachhinein scheint ihn die Kritik nicht zu interessieren. Auch in der Vergangenheit ist der Popstar nicht gerade durch seine Tierliebe aufgefallen.

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Quelle: Noizz.de