Endlich bricht der Opfer-Schwan sein Schweigen:

„Ich habe Gzuz mal geliebt.“

Die KollegInnen branchenverwandter Medien veröffentlichen dieser Tage gerne Fantasie-Interviews mit Insekten – dabei weiß jede/r, dass Wespen eher redefaule Zeitgenossen sind. Wir haben so etwas nicht nötig und sprechen lieber mit tagesaktuellem Geflügel: Gzuz und die Geschichte vom Schwan schlug nicht nur in dem See des Schwans hohe Wellen. TierschützerInnen zeigten Gzuz an und wollten, dass der Rapper eine ordentliche Strafe bekommt – Schwänen eine Ohrfeige geben, geht natürlich gar nicht. Oder?

Nach Diskussionen vor Gericht, in sozialen Medien und an vermutlich jedem Hip-Hop-affinen Stammtisch und nachdem gefühlt alle ihren Senf zur Story beigetragen haben, fragen wir uns: Warum spricht eigentlich niemand mit dem Betroffenen? Warum fragt niemand beim Opferschwan nach? Wir haben uns darum gekümmert und in der Botanik rund um den Tatort nach dem Schwan gesucht – mit Erfolg!

Es hat gedauert, aber endlich bricht der schöne Schwan Schorsch sein Schweigen. Hier das exklusive Interview.

Noizz: Schorsch – Sie haben ja nicht sofort zu dem Interview zugesagt, warum?

Schorsch: Das kann man sich ja wohl denken: Wissen Sie eigentlich, was Gzuz Schlag für meine Lake-Credibility bedeutet hat? Ich wurde ausgelacht und gemobbt – da möchte man darüber doch nicht auch noch mit der Presse sprechen. Auch wenn Noizz für uns Schwäne jetzt nicht unbedingt ein bedeutsames Medium ist.

Beschreiben Sie den Vorfall doch mal aus Ihrer Sicht: Was ist da überhaupt passiert?

Also eines kann ich Ihnen ganz sicher sagen: Seit dem Schlag von Gzuz hat dieser einen Fan weniger! Ich habe seine Kunst einst sehr geliebt, war großer Fan. Stundenlang habe ich Zeilen wie "Sie fragen: Gzuz, warum bist du nur so? Warum immer diese Sachen, aber nix mit Niveau?" vor mich hingerappt, während ich auf dem See schwamm. Daher hatte ich mich ihm ja auch genähert, dachte wir könnten eine Runde zusammen schwimmen, über Swag und schwanfarbene Sneaker sprechen. Aber dann kam unverhofft seine Hand – und alles passierte ganz schnell.

Schorsch möchte unerkannt bleiben. Foto: Tristan Billet / Unsplash

Das Video der Geschichte war auch schnell in den Sozialen Medien und hat die Runde gemacht.

Ja, und ich weiß man sagt ja: Es gibt keine schlechte Publicity, aber von seinem einstigen Idol eins auf den Schnabel zu bekommen ist einfach nicht schön. Es gibt Momente im Leben eines Schwans, da muss man Grenzen ziehen – und ich ziehe meine vor Gzuz, der seine Hände nach mir ausstreckt, um mich vor der gesamten Fangemeinde lächerlich zu machen.

Sehen Sie in dem Akt einen Angriff gegen Schwäne auf der ganzen Welt?

Nein! Ich sehen in dem Akt einen Angriff auf mich. Schorsch.

Wenn Sie Gzuz jetzt direkt etwas sagen könnten: Was wäre das?

Once you go black swan, you never go back, swan.

Quelle: Noizz.de