Der Duft Obsession macht Raubtiere horny.

Ein guter Duft kann ganz schön anziehend wirken – das ist seit Jahren das beliebteste Werbeargument großer Beautymarken. Immer wieder wird uns suggeriert, wie wichtig Parfüm sei: Es würde zum begehrten Frauenschwarm machen, zum hotten Casanova, ja, hin und wieder sogar zum gefeierten Superstar. Hach, Marketing kann so schön sein.

Doch das ein guter Duft tatsächlich tierisch anziehend wirkt, beweist gerade ein Fall im indischen Staat Maharashtra. Was sich dort abspielt, klingt erst mal wie ein Scherz – oder wie eine wirklich schlechte Axe-Werbung: Dort wird nämlich gerade versucht, eine wildes Tiger-Weibchen mithilfe eines Männerparfüms einzufangen. Kein Witz.

Was superdämlich klingt, ist leider bitterer Ernst: Jeder Versuch, die Raubkatze „T1“ zu finden, ist bisher gescheitert. Hunderte Fußsoldaten und Scharfschützen streifen täglich durch den Dschungel. Mit fünf Elefanten, mit Drohnen und einem Hightech-Paraglider wurde das Gebiet schon nach der berüchtigten Tigerin abgesucht. Extra abgerichtete Spürhunde und der bekannteste Großwildjäger Indiens sind dem Raubtier auf den Fersen.

Was für uns Westler wie eine brutale, unfaire Hetzjagd auf eine vom Aussterben bedrohte Spezies anmutet, könnte den Bewohnern der Region endlich wieder Frieden bringen – die trauen sich aus Angst angegriffen und zerfleischt zu werden, nämlich gerade nicht mehr auf ihre Felder.

Denn „T1“ ist keine gewöhnliche Tigerin – sie wird als „menschenfressende Bestie“ gehandelt, die in den letzten sechs Monaten 13 Menschen getötet haben soll. Ihr „Blutdurst“ wurde so gefährlich eingeschätzt, dass der indische Supreme-Court (das höchste Gericht des Landes) den Abschuss der Raubkatze bewilligt hat – sollt es nicht gelingen, sie zu fangen, bevor sie den nächsten Menschen anfällt.

Und da kommt besagtes Männerparfüm ins Spiel. Denn Calvin Kleins Obsession for Men steht nicht nur seit 1986 bei vielen Männern weltweit im Badregal. Es wurde tatsächlich schon des Öfteren dafür eingesetzt, Raubkatzen zu ködern – die völlig auf den Kultduft abfahren.

2015 wurde Obsession for Men im indischen Bundesstaat Karnataka benutzt, um einen Leoparden zu fangen. Im Dschungel von Guatemala lockte es scheue Jaguare vor eine Kamerafalle und im New Yorker Zoo ließ es Geparden ganze zwölf Minuten wohlig erschaudern – länger als jedes andere bisher getestete Parfum.

Dass die Geheimwaffe so gut funktioniert, hat mit einem ganz besonderen Wirkstoff zu tun – dem Duftstoff Zibet. Der stammt ursprünglich aus dem Analsekret der afrikanischen Zibetkatze und ist einer der bekanntesten Parfuminhaltstoffe auf der Welt. Wie zur Hölle die Menschheit auf die Idee gekommen ist, sich damit einzureiben? Wir wollen gar nicht wissen, auf welchen Fetisch das zurückgeht ... Aber immerhin erklärt es, warum Raubkatzen so krass auf den Duftstoff abfahren.

Übrigens: No worries, wenn ihr selbst eine Obsession mit dem weltbekannten CK-Duft habt. Dafür musste sicherlich keine Zibetkatze ihren Popo herhalten, es kann heute auch synthetisch hergestellt werden.

Der Männerduft könnte die letzte Überlebenschance für „T1“ darstellen. Sollte sie in die dufte Falle tappen, könnten Tierärzte nämlich versuchen, das Tier zu betäuben und in einen Zoo zu bugsieren. Klappt das nicht, droht ihr der sichere Tod.

Übrigens: Statt Calvin Kleins Obsession hätte man auch Chanels weltbekanntes Parfum No. 5 zur Tigerjagd einsetzen können. Es sei aber leider zu teuer gewesen, ließ einer der beteiligten Tierärzte gegenüber dem „Guardian“ verlauten. Sorry Coco.

Quelle: Noizz.de