Wäre auch echt frech gewesen, wenn nicht ...

Sind wir mal ehrlich: Als die Schocknachricht laut wurde, Ryanair wolle künftig Gebühren für ein Handgepäckstück erheben, fanden wir das alle nicht gut – und haben bereits kreative Pläne ausgeheckt, wie man am sinnvollsten Powerbank, Handy UND Klatschzeitschrift in die Jackentasche quetscht.

Aber hey, wir können aufatmen! Denn anscheinend hat der Unmut vieler Kunden der Billig-Airline dafür gesorgt, dass Michael O’Leary, CEO bei Ryanair, es sich noch einmal anders überlegt hat. Die irische Fluggesellschaft hat die rückwirkende Geltung ihrer verschärften Gepäckregeln wieder aufgehoben – zumindest teilweise.

Auf der Webseite erklärt die Airline ihre Regeln im Detail: Demnach dürfen Passagiere, die vor dem 31. August im Normaltarif Flüge in dem Glauben gebucht haben, ein zweites Stück Handgepäck mitnehmen zu können, nun stattdessen kostenlos ein Gepäckstück aufgeben. Betroffen davon sind nach Angaben von Ryanair etwa zwei Millionen Passagiere.

Ironischerweise nennt Ryanair das Ganze ein „Pre-Christmas Gift“. Wirklich großzügig noch einmal, bevor es richtig ernst wird. Denn ab dem 1. November gibt es wirklich keine Handgepäck-Trolleys mehr für umme.

Ryanair hatte Ende August mit der Mitteilung Aufsehen erregt, dass ein zweites Gepäckstück, beispielsweise einen Rollkoffer nur noch von „Priority“-Kunden kostenlos mitgenommen werden darf. Die Regelung gelte für alle vom 1. September an gebuchten Flüge, spätestens aber zum 1. November. Egal, wann die Tickets gekauft wurden.

Verbraucherschützer hatten kritisiert, die Regelung dürfe nicht rückwirkend angewendet werden. Wer Tickets gekauft habe, müsse sich darauf verlassen können, dass die Bedingungen gleich blieben. Dieser Kritik scheint sich Ryanair nun zu beugen.

Profitieren sollen davon auch rund 50.000 Kunden, die sich nach Einführung der verschärften Regeln einen „Priority“-Status für ihr bereits gekauftes Ticket dazu gebucht hatten. Sie bekommen den Aufpreis erstattet.

Quelle: dpa