Fast alle Airlines haben noch strikte Make-up-Richtlinien.

Flugbegleiterinnen sind immer akkurat gekleidet, haben einen ebenmäßigen Teint, sind nicht zu klein und nicht zu groß, eher schlank und sehen einfach perfekt aus – naja, das war einmal das Idealbild für den Beruf. Mittlerweile hat sich das Bild zum Glück ein wenig gewandelt. Nicht nur Frauen stehen für den Service an Bord in der Kabine, auch Männer gehören nun zum Team. Stöckelschühchen sind bei vielen Airlines auch kein Muss mehr, genauso der Rock-oder Kleiderzwang.

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Doch eine Sache hat sich für die meisten Frauen, egal, bei welcher Airline sie angestellt sind, noch nicht geändert: das obligatorische Make-up. Am besten passend zu den Farben der Airline, nicht zu auffällig, aber auch nicht zu wenig. Doch damit ist jetzt zumindest bei der britischen Fluggesellschaft Virgin Atlantic Schluss. Sie stellt es künftig ihren Mitarbeiterinnen frei, ob sie geschminkt oder ungeschminkt zur Arbeit kommen wollen. Darüber berichtete als Erstes die Onlinezeitung Independent.

Demnach wolle die Airline im Besitz von Richard Branson ein klares Zeichen setzen. Die Mitarbeiterinnen sollen nicht das Gefühl haben, zu etwas gezwungen zu werden und sich wohler fühlen. Bis dato gehörte zumindest Rouge, Mascara und roter Lippenstift zum Standard. Zukünftig sollen alle Angestellten auch die freie Wahl haben, ob sie Hosen oder Röcke als Teil ihrer Uniform tragen wollen. Bisher konnten Flugbegleiterinnen bei Virgin zwar auch schon Hosen tragen, aber nur, wenn sie extra danach fragten.

Aber was ist daran so besonders?

Schließlich kann ein Büromitarbeiter auch frei entscheiden, ob er oder sie geschminkt zur Arbeit kommen will. Virgin Atlantics Schritt ist ungewöhnlich für eine Fluggesellschaft. Alle großen Airlines haben für ihre Flugbegleiterinnen gewisse Richtlinien, wie sie sich kleiden und schminken dürfen, wenn sie im Auftrag der Airline unterwegs sind. Billig-Fluggesellschaften wie Ryanair oder Easy Jet sind zwar meistens weniger streng, haben aber auch Auflagen für ihr Personal.

Bei British Airways wird zumindest vorausgesetzt, dass Frauen Lippenstift tragen. Emirates hat sogar ein 7-Schritte-Programm, wie sich ihre Angestellten am besten schminken sollten und der Lippenstift ist extra abgestimmt auf die Farbe des Hutes. Das Kabinenpersonal von United ist dazu angehalten, sich eher konservativ und nicht zu extrem zu schminken. Bei der Lufthansa wird ebenfalls auf ein dezentes Make-up gesetzt, auf Lipgloss oder auffälligen Glitzer sollten die angestellten allerdings verzichten.

Direkt im Arbeitsvertrag stehen diese Richtlinien nicht, deswegen wird auch keine Flugbegleiterin gefeuert, sollte sie einmal pinken Lipgloss tragen. Allerdings könnte das unpassende Aussehen auf Dauer doch nachträglich werden für die Mitarbeiterinnen. Denn das könnte als unpassendes Verhalten im Beruf gewertet werden und für eine Abmahnung sorgen.

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Quelle: Noizz.de